Ausflug in die Berge

Eine Woche waren Oma und Opa zu Besuch und unterstützen uns sehr, sehr gut in dieser für Oli und Christina sehr Ereignisreichen und Arbeitsreichen ersten Schulwoche, da für beide viele Termine anstanden.

Am Samstagnachmittag war es dann soweit, wir mussten uns von ihnen verabschieden. Und nicht nur das, sondern auch noch von unserem Sven, denn er machte sich auf zu einer Woche Urlaub bei Oma und Opa.

So erhielten Simon, Oliver und Christina die Möglichkeit, am Sonntag einen gemeinsamen Ausflug in die Berge zu machen. Der Berg sollte anspruchsvoll, aber nicht zu sehr sein. Machbar für alle!

So entschieden wir uns für den Roß- und Buchstein. Dieser Berg ist wohl in vielen Wanderführern enthalten und daher extrem beliebt. Der Parkplatz war um ca. 10 Uhr überfüllt, der Weg mit vielen Stufen war voll mit weiteren Wanderern. Das ganze Menschengetummeln taugt uns beim Wandern ja so gar nicht… Der Weg ist relativ neu repariert bzw. an Stellen neu ausgebaut. Ein Dank an dieser Stelle an die vielen – oft ehrenamtlichen – Helfer, die die Wanderwege in Schuss halten. Nach gut einer Stunde gelangten wir zur Sonnenbergalm, machten kurz Rast auf der Wiese und liefen weiter. Beim Blick nach oben stellten wir fest, dass die Masse an Menschen gerade versucht den kleinen Klettersteig wie an einer Perle aufgereiht nach oben zu schreiten. Nicht der Steig ließ Christina erschaudern, sondern die Tatsache mit so vielen Menschen da gleichzeitig den Gipfel zu besteigen und alles völlig überfüllt vorzufinden. Nach kurzem Blick auf die Karte entschieden wir uns für die leichtere und wenig benutzte Strecke über die Nordseite hoch zu steigen. Doch dann kam uns die Roßstein-Alm ins Blickfeld und unsere Pläne änderten sich schlagartig: Ab den kurzen Weg nach unten und dort in Ruhe mit nur wenigen Touristen Pause machen. Bei sehr freundlicher Bedienung inmitten einiger Gäste genossen wir unseren Kuchen. Hervorragend. Der Wunsch nach oben zu steigen viel hinten runter, dafür legten wir einen wenig längeren Weg ein bis wir an der Röhrmosalm ankamen und den letzten Abstieg entlang eines Baches gingen.

Im Tal angelangt kühlten Christina und Simon ihre Füße im kalten Bachbett ab bevor wir beim Feuerwehrfest in Bad Tölz vorbei schauten. Nach einem letzten Stop bei Freunden fuhren wir müde nach Hause.

Abflugtag

Der Urlaub war erfüllt mit vielen unterschiedlichen Erlebnissen. Hoch im Karpatengebirge, Kultur verschiedenster Epochen, 7 Unterkünfte in 16 Tagen, 2.000 gefahrene Kilometer mit dem Auto. Wir waren im Süden Transilvaniens und im Norden der Walachei, Stadt und Land, Spielplätze und Schwimmbad. Es war einfach alles mögliche dabei. Jeder hatte seine absoluten Glückmomente und jeder ging auch mal jedem auf die Nerven.

Unsere gesamte Strecke

Wir sind dankbar, dass wir Unfallfrei und ohne jegliche Krankheiten den Urlaub verbracht haben.

So viel uns der Abschied unserer lieb gewonnen Unterkunft am Ende schwer. Der letzte Knuddler mit John, dem alten Zottelhund, und Chef, dem jungen 7 Monate alten Hund. Ein herzlicher Dank ging an unsere Vermieter, die uns perfekt bekocht und zurückhaltend und doch fürsorglich auf uns geachtet haben (z. B. als Simons Fuß weh tat und sie uns Salben und Globulis vorbei brachte).

Die Rückgabe des Mietwagens und die Abwicklung am Flughafen liefen unspektakulär, ebenso der Flug. Pascal holte uns wie vereinbart am Flughafen ab und brachte uns sicher nach Hause. Alles lief gut.

Nun ist die erste Wäsche gewaschen, die Kids in Svens Zimmer verschwunden (warum eigentlich nicht jeder in seinem? Sie hatten genügend Stressmomente im Urlaub, so dass wir erwarteten, dass sie sich erstmal nicht mehr umeinander kümmern würden.)

Jetzt werden wir nachspüren und erstmal unsere Erlebnisse in uns immer wieder hervorrufen.

Letzter Tag in Rumänien

Der letzte Tag für Erlebnisse in Rumänien war angebrochen. Wir überlegten, ob wir noch nach Medias fahren wollen. Allerdings war uns allen 4en nicht mehr nach Mittelalterstädten und Kirchenburgen. Wie man so schön sagt: “wir waren durch”. So fuhren wir nach der Mittagszeit für 2 Stunden nochmals nach Sibiu, um ein letztes Mal zu bummeln und Eis zu essen. Bei heißen Temperaturen bewegten wir uns allerdings sehr langsam, besuchten aber doch noch die orthodoxe Kirche.

Am Abend wurde gegrillt – sehr zur Freude der Kinder. Simon und Sven suchten zudem noch Stöcke zusammen, die später als es dunkel war auf dem Lagerfeuerplatz entzündet wurden. Es war eine sehr entspannte Atmosphäre zwischen anderen Gästen des Hauses und den Vermietern im Grünen zu sitzen.

Wie immer ging der Abend vor 22 Uhr zu Ende, denn wie üblich gingen wir mit den Kindern ins Bett. Gerade in der 2. Woche schafften wir es nur selten, die kleine Taschenlampe nochmals anzumachen, wenn die Kinder eingeschlafen waren, da wir oft mit eingeschlafen sind.

Transfagarasan & Fagaras-Burg

Die letzten Tage in Rumänien sind angebrochen. Hier, außerhalb von Sibiu angekommen fallen wir alle in eine Art Antriebslosigkeit. Und dennoch wussten wir, dass wir nur noch 2 Tage haben, die wir das eine oder andere uns ansehen wollen.

So entschieden wir uns – auf Wunsch von Christina – erneut auf den Transfaragasan zu fahren und die Zeit am See zu verbringen. Die Fahrt ist beim 2. Mal lange nicht mehr so spektakulär wie beim ersten Mal, auch wenn der Ausblick immer noch beeindruckend ist. Oben angekommen nahm sich Christina Zeit dem See und der Bergregion nachzuspüren. Bereits im letzten Jahr fühlte sie sich besonders davon angesprochen. Auch dieses Jahr fesselte Christina der See und die Berge. Nur schweren Herzens löste sie sich und wir fuhren gemeinsam wieder (Richtung Norden) den Berg herab.

Wieder im Tal bei 30 Grad Außentemperatur, auf dem Berg waren es ehr 12 Grad, fuhren wir dann doch noch zur Fagaras-Burg. Die Burg ist sehr groß und war für Siebenbürgen der Fürstenhof und sehr wichtig. Außen herum ist man schnell gegangen, im Museum braucht man dann schon länger, wird man durch viele sehr schön renovierte Räume gelotst. Uns hat die Burg sehr gut gefallen.

Am Abend hatten wir alle genügend Zeit zum Entspannen im großen Garten, Fußball spielen und v. a. Essen! Diesen Abend haben wir uns entschieden, von der Pensionswirtin bekochen zu lassen. Das Essen war seeeeehr gut und seeeehr reichlich. Ein Traum! Dazu gab es Schnaps und Wein. Wir Eltern kicherten aufgrund des Alkohols und die Kids kicherten über ihre Eltern. Während Sven irgendwann auf Christinas Schoß einschlief, genossen wir noch das eine oder andere Gespräch mit anderen Gästen.

Sibiu Reloaded

An einem Montag von Brasov nach Sibiu zu fahren war eine Fehlplanung. Alle Museen auf dem Weg (zB. Fagaras) waren geschlossen. Montag eben.
Also sind wir direkt nach dem Frühstück von unserer Pension nach Sibiu in unsere letzte Unterkunft losgefahren. Ohne Zwischenstopp.

Die letzte Unterkunft haben wir etwas abenteuerlich via Facebook Messenger gebucht – es gibt zwar eine Website, aber die Kommunikation war schwierig. Entsprechend waren wir doch etwas aufgeregt was uns nun im Bio-Haus erwartet. Die Aufregung war nicht gerechtfertigt – es ist ein kleiner Traum im Nirgendwo!

Ein wunderbares Grundstück, 2 Hunde, ein ökologischer Eigenanbau von Gemüse – und sehr viel Ruhe haben uns hier erwartet.

Nach einem ersten Ankommen mit Wasser, Kuchen und Schnaps haben wir dann am Abend doch noch einen Abstecher nach Sibiu in Angriff genommen. Zum einen wollten wir die Stadt, die uns letztes Jahr so gut gefallen hat wieder sehen, zum anderen mussten wir ja auch was zum Abendessen besorgen.

Sibiu war mit weniger Touristen deutlich anders, Montagabend eben. Am Wochenende muss wohl das Mittelalterfest gewesen sein, das wir letztes Jahr erlebt haben. Leider ist das Wetter umgeschwungen und wir sind dann recht zügig am kleinen Marktplatz in eine Pizzeria eingefallen. Mit Burger, Pizza und Salat haben wir den Tag ausklingen lassen.

Brasov Erlebnistour

Nach dem schönen Eindrücken von gestern wollten wir unbedingt nochmals nach Brasov rein. Entlang der Reste der Stadtmauer gibt es noch kleine Bastionen und Türme die jeweils durch die Handwerkszünfte betreut wurden. Vorher wollten wir nochmals das Museum in der neuen Synagoge besuchen – Sonntags geschlossen. Doof. Also doch nur die kleine Wandertour um Brasov entlang der Stadtmauer, vorbei an den kleinen Bastionen und Türme der Weber, Goldschmiede und Jäger. Auf dem Weg gab es zur Freude von Sven einige Spielplätze – das hat den Weg kürzer gemacht.

Nach dem es relativ heiß war und Sven und Simon so langsam keine Lust mehr auf Kultur mehr hatten, haben wir den Plan B gezogen: Der Dino-Park in Rasnov. In Erwartung vieler Menschen und kleineren Dino-Figuren im schlechten Zustand haben wir dann den Weg auf uns genommen. Dank dem SUV haben wir an einer schattigen – aber ansonsten nicht wirklich gut zugänglichen Stelle parken können. Die Alternative wäre einer der Restplätze auf dem riesigen sonnigen Parkplatz gewesen.
Der Dino-Park hat uns jetzt eher überrascht: Viele Spielmöglichkeiten und sehr toll ausgearbeitete Dino-Modelle. Die Angabe aus dem Reiseführer “in einer Stunde ist man durch…” konnten wir nicht nachvollziehen. Nach ca. 3h sind wir durch einen plötzlichen Gewitterregen in Richtung Auto gerannt. Alle waren am Ende sehr entspannt und glücklich ausgespielt.

Den Abend haben wir bei sehr gutem Essen im Restaurant Romantica unweit unsere Pension ausklingen lassen.

Ziel Brasov

Es geht weiter nach Brasov – und damit zurück nach Siebenbürgen / Transilvanien.
Brasov hatten wir letztes Jahr auf unserer Reise nach Bran nicht besucht.
Bevor wir aber in die “Großstadt” rein fahren geht es an Brasov vorbei nach Honigberg in die dortige Kirchenburg zu besuchen. Sie gilt als die schönste Kirchenburg. Besonders an der Kirchenburg in Harman ist für uns die erstmalige so wahrgenommenen Vorratsräume und Wohnräume im Falle eines Angriffs. Jede Familie hat in der Befestigungsmauer einen eigenen Raum für die Vorräte und zum Wohnen. Dies hatten wir letztes Jahr so nicht wahrgenommen.
Die Kirche selbst ist sehr schön, eine Besonderheit sind die “Frauenbänke” ohne Rückenlehne. Das ist jetzt nicht eine neue protestantische Auslegung der Bibel sondern eher den sehr schönen Trachten und insbesondere deren aufwändigen Kopf-/Rückenschleifen geschuldet. Damit diese geschont wurden, sollten sich die Frauen nicht anlehnen. Schönheit muss leiden. 😉


Nach Honigberg ging es noch nach Tartlau, gerade nebenan. Die Kirchenburg in Prejmer gilt als die best erhaltene Kirchenburg in Siebenbürgen – sie ist 1998 in des UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen worden und hat noch mehr Räume zur Aufbewahrung und zum Wohnen als Harman.
Funfact war unser kurzes Treffen mit Thomas und seiner Familie – Thomas arbeitet seit ca. 1 Jahr in Rumänien und lebt in Bukarest, Oliver kennt ihn vom fotografieren. Ein netter Plausch und Austausch über Urlaub in Rumänien – leider war es nur kurz.

Weiter ging es nach Brasov um dort die Stadt zu erkunden – zuerst aber mal ins Hotel. Die Pension Gallery hat uns herzlich aufgenommen! Leider mussten wir 2 Doppelzimmer nehmen und die Pension war jetzt doch nicht so nach am Stadtzentrum, dass wir laufen konnten – aber Cronos der Haushund hat uns auch nicht wirklich gehen lassen wollen. Knuddeln war erst mal angesagt!
Nach einer Pause sind wir dann am späten Nachmittag in die Stadt getingelt um festzustellen, dass in Brasov gerade ein Musikfestival stattfindet und der wunderbare Marktplatz leider gesperrt war. Das Standardprogramm mit “schwarzer Kirche“, “schwarzem Turm” und “weissem Turm” haben wir trotzdem durchgezogen.
Erwähnen möchten wir die tolle deutschsprachige Führung in der schwarzen Kirche.


Das Abendessen haben wir dann ganz zufällig in einem relativ neuen Bistro St. John in Brasov eingenommen – ein super Zufall den wir echt empfehlen können.


Mit vollem Bauch sind wir dann noch durch die engste Gasse Brasov (oder Europas?) und der neuen Synagoge zum Auto getingelt.
Wegen dem Musikfestival waren einige Straßen gesperrt – das hat uns zu einigen Irrfahrten und Umwegen geführt. Ging am Ende alles gut und der Ford Kuga passt wirklich durch Straßen mit einer maximalen Breite von 2m. Haben wir extra für euch getestet.

Bucegi-Massive

Bevor wir den heutigen Tag beschreiben eine kurze Episode unserer vergangenen Nacht: um 2:28 Uhr in der Nacht weckte uns schrecklicher Piepton. Eine Notfallmeldung informierte uns über einen Bären, der auf der Straße von Busteni rum läuft.

Nachdem wir am Morgen dann ausgeschlafen hatten, stand ein weiterer Tag in den Karpaten an. Tags zuvor hatten wir uns erkundigt wie man am Besten zu den natürlich entstandenen Steinfiguren am Bucegi-Massiv gelangt. Es gibt eine Gondel von Busteni aus, unweit unserer Unterkunft. Allerdings kann man da auch gerne zwischen 3 – 5 Stunden warten bis man befördert wird. Alternativ gibt es von Sinaia aus Gondeln/Sessellift, wohin sie jedoch genau führen würden war unklar. Gelesen hatten wir, dass man bis Piatra Arsa mit dem Auto fahren und von dort aus ca. 1 h laufen kann. Dies bekamen wir im Hotel bestätigt.
So machten wir uns heute Morgen zeitig auf und fuhren mit dem Auto den Berg hoch. Erwartet hatten wir eine ähnlich ruppige Straße wie üblich. Weit gefehlt: die touristische Wichtigkeit der “Sphinx” und “Alten Weiber” (Babele) ist so hoch, dass man tatsächlich auf einer Teerstraße weit nach oben bis 2 km vor Piatra Arsa fahren kann. Dort tummeln sich jedoch dann wild die Autos inkl. ihrer Müllberge. Die Laune von Christina sank mit jedem Schritt über die Dreistigkeit, den Müll weg zu werfen. Weiter oben bei den großen Steinskulpturen sieht es noch schlimmer aus, dazu sind diese Naturdenkmäler geschützt und dürfen nicht bestiegen werden. Um Babele ist sogar ein Zaun angebracht. Das scheint jedoch nicht viele zu interessieren. Lustig wird auf die Skulpturen oder vereinzelt über den Zaun für Fotos gestiegen. Das Erschreckende ist: kein Rancher ist vor Ort, um dem Einhalt zu gebieten, niemand ist da, um den Leuten den Müll wieder in die Hand zu drücken. Bei den historisch wichtigen Ruinen standen jeweils mehrere Security Guards herum und haben zentimetergenau nachgesehen, dass man nicht zu weit geht. Und hier? NICHTS! Dazu ist in diesem sandigen Gebiet die Gefahr der Erosion groß. Sobald die Grasnarbe weggerieben ist kommt es zur unkontrollierten Erosion. So ist die Erdoberfläche verletzt mit tiefen Furchen.

Frust und Wut machten sich breit. Das so sehr angepriesene Ausflugsziel entpuppte sich daher als Enttäuschung. Die einsamen Wanderungen im Nationalpark Retezat und auf dem Sureanu gefielen zumindest Christina im Nachhinein besser.

Oliver und Sven liefen zum Auto. Simon und Christina verlängerten die Tour und liefen einen anderen Weg Richtung See nach unten. Die Strecke war länger als ursprünglich gedacht und ging mächtig in die Knie. Zum Abschluss in den Karpaten gab es noch eine Limo und Spaß auf dem angrenzenden Spielplatz.

Zum Abschluss des Nachmittags machten wir nochmals im ganz netten Bergort Sinaia Halt. Erst besuchten wir kurz das Kloster, danach gab es Kinderspiel und -Spaß im lokalen Park mit Hüpfburg, Spielplatz und Flying Fox.

Targoviste & Sinaia

Schon war die Zeit auf dem Land mit den ruhigen Straßen (außer dem nervigen Hundegebell in der Nacht und dem Hahnenschrei im Morgengrauen) und viel schattigem Grün wieder vorbei. Auch wenn die Pension ein wenig renovierungsbedürftig v. a. in den Außenanlagen ist, so wurden wir doch herzlich von der älteren Dame betreut. Die Tiere und der Pool taten ihr übrigens. Die Unterkunft ist bei den Kids auf jeden Fall ein großes Highlight.

So ging es also weiter Richtung Süd-Osten mit dem nächsten Ziel Targoviste. Dort hatten wir 2 Besichtigungsziele: Erst die Ruinen des Fürstenhofes und danach das Gebäude, in dem Ceausescu mit seiner Frau die letzten Tage und seinen Tod gefunden haben.

Der Fürstenhof ist sehr schön renoviert, die Gebäudeteile sind restauriert bzw. frei gelegt. Auf dem Gelände wurde allerdings so viel umgebaut, dass es teilweise schwer fällt sich alles in ganzer Pracht vorzustellen. Sehr viele Herrscher haben hier gelebt und sich verewigt. Noch vollständig erhalten ist die Kirche und der Turm, der von Vlad Tapes – dem Pfähler – errichtet sein soll.

Unser 2. Ziel war emotional für uns Erwachsene schwierig zu begreifen: der Ort, an dem Ceausescu in der Zeit vom 22. – 25. Dezember 1989 verbracht hat, bevor er nach dem Urteil des außerordentlichen Militärgerichts gemeinsam mit seiner Frau zum Tode verurteilt wurde. Die Räume zu sehen, in denen er untergebracht war, die Wand an der er erschossen wurde. Das alles läßt die Erinnerungen aus 1989 hoch kommen und die Frage “War es gerecht und richtig ihn so schnell nach seiner Festnahme hinzurichten?” Die Angst vor seinen Unterstützern, die Wut gegen ihn und seine Verbrechen, das alles können wir nachvollziehen. War es dennoch zu überhastet? In einem nachträglich angeschauten Video kommt hervor, dass Ceausescu das Gericht nicht anerkennt und wohl auch nicht mit der Execution gerechnet hat. Wurde ihm nun am Ende das zu Teil was er seinem eigenen Volk angetan hat? Die Momente während des Besuchs waren sehr bewegend.

Ein wenig mussten wir uns von den Erfahrungen frei machen als wir die Weiterfahrt nach Sinaia antraten. Dort angekommen ergatterten wir die Eintrittskarten zur nahezu letzten Tour in das große Schloss Peles. Seeeehr beeindruckend und eine sehr gute Empfehlung unseres Reiseführers. Absolut top!

Die letzten 20 Minuten Autofahrt für den Tag traten wir im Stau an, der auch die ganze Nacht vor unserer Straße bestehen bleiben sollte. Das Abendessen und flanieren erinnerte Oliver und Christina an Peru – durch und durch. Mit einem großen Grinsen auf dem Gesicht gingen wir zurück aufs Zimmer.

Klöster & Ramnicu Valcea

Nach den vielen Tagen in den Bergen tat uns der Tag im Tal sehr gut. Zu betonen ist hier die Gestaltung der Straßen und Gärten. Die Häuser auch auf dem Land sind weiter von der Straße weg gebaut, zudem verfügen sie alle über mehr Garten, der mit vielen Bäumen und Weinranken überdacht ist. Dies bietet im Sommer genügend Schatten. Auch die Grünflächen bis zum Zaun sind großzügig, teilweise mit Bäumen, Sträuchern oder schönen Blumenbeeten gesäumt. Jeder kümmert sich um die Sauberkeit seines Hauses und seines Eigentums – jedoch genauso wenig um die Umgebung daneben, da bleibt dann auch gerne der Plastikmüll liegen, ebenso im Gestrüpp oder im Flussbett. Insgesamt scheint es hier etwas ordentlicher und vielleicht auch etwas reicher zu sein. Dies vermuten wir auch daran, da die Ortskerne auch etwas “besser im Schuss” wirken. Natürlich sieht man hier ebenso viele alte (Hoch-)Häuser aus Kommunismus-Zeiten in desolatem Zustand wie in den Karpaten…. es ist komisch zu erklären. Irgendetwas ist anders. Natürlich müssen wir viele Brücken queren. Brücke ist jedoch nicht immer Brücke. So gibt es wirklich gute und neue Brücken, ganz kleine, bei der nur ein Auto drüber passt und auch ein paar, bei denen man nicht genau weiss was man davon halten soll.

Einige Kilometer vor unserem ersten Ziel kann man etwas Besonderes bestaunen: Ölförderungsfelder, nicht klein, aber fein.

Als erstes fuhren wir zum Mănăstirea Dintr-un Lemn, einem weiteren orthodoxen Kloster in der Walachei, welches – ebenso wie jedes der anderen – einen besonderen Charme mit sich bringt und dazu in dem Fall noch eine kleine Kirche aus einem Holzstamm gefertigt, besitzt.

Ein weiteres Kloster Bistrita war unser nächstes Ziel. Dies hat uns mit besonderen Kapellen überrascht, die ca. 15 Minuten oberhalb des Klosters in einer großen Höhle gebaut sind. Die eine kleine Kapelle ist direkt in den Stein behauen, die andere wurde an eine große Öffnung Richtung Tal gesetzt. Die Höhle ist nur durch einen engen und schmalen Gang in geduckter Haltung begehbar.

Mittlerweile war es bereits späte Mittagszeit und wir fuhren als nächstes in die Stadt Ramnicu Valcea, die uns von letztem Jahr bei der Überfahrt des Transfaragashan in so guter Erinnerung geblieben ist. Allerdings brauchten wir ein wenig uns wieder zurecht zu finden. Primär war alles voller Autos und aus einer Mischung an neu renovierten Häusern bzw. neu gebauter Mall in Verbindung mit vielen alten und halb baufälligen Hochhäusern – so wie überall. Allerdings – wie es in der Walachei gerne ist – dann doch mit einigen Bäumen entlang der Straßen. Am Ende fanden wir ein kleines Kaffee gegenüber eines Spielplatzes und wir fanden ein wenig Ruhe und Entspannung. Zu lange wollten wir dann doch nicht bleiben, denn der Swimmingpool in unserer Pension wollte auch noch von den Kindern besucht werden. 🙂