Targoviste & Sinaia

Schon war die Zeit auf dem Land mit den ruhigen Straßen (außer dem nervigen Hundegebell in der Nacht und dem Hahnenschrei im Morgengrauen) und viel schattigem Grün wieder vorbei. Auch wenn die Pension ein wenig renovierungsbedürftig v. a. in den Außenanlagen ist, so wurden wir doch herzlich von der älteren Dame betreut. Die Tiere und der Pool taten ihr übrigens. Die Unterkunft ist bei den Kids auf jeden Fall ein großes Highlight.

So ging es also weiter Richtung Süd-Osten mit dem nächsten Ziel Targoviste. Dort hatten wir 2 Besichtigungsziele: Erst die Ruinen des Fürstenhofes und danach das Gebäude, in dem Ceausescu mit seiner Frau die letzten Tage und seinen Tod gefunden haben.

Der Fürstenhof ist sehr schön renoviert, die Gebäudeteile sind restauriert bzw. frei gelegt. Auf dem Gelände wurde allerdings so viel umgebaut, dass es teilweise schwer fällt sich alles in ganzer Pracht vorzustellen. Sehr viele Herrscher haben hier gelebt und sich verewigt. Noch vollständig erhalten ist die Kirche und der Turm, der von Vlad Tapes – dem Pfähler – errichtet sein soll.

Unser 2. Ziel war emotional für uns Erwachsene schwierig zu begreifen: der Ort, an dem Ceausescu in der Zeit vom 22. – 25. Dezember 1989 verbracht hat, bevor er nach dem Urteil des außerordentlichen Militärgerichts gemeinsam mit seiner Frau zum Tode verurteilt wurde. Die Räume zu sehen, in denen er untergebracht war, die Wand an der er erschossen wurde. Das alles läßt die Erinnerungen aus 1989 hoch kommen und die Frage “War es gerecht und richtig ihn so schnell nach seiner Festnahme hinzurichten?” Die Angst vor seinen Unterstützern, die Wut gegen ihn und seine Verbrechen, das alles können wir nachvollziehen. War es dennoch zu überhastet? In einem nachträglich angeschauten Video kommt hervor, dass Ceausescu das Gericht nicht anerkennt und wohl auch nicht mit der Execution gerechnet hat. Wurde ihm nun am Ende das zu Teil was er seinem eigenen Volk angetan hat? Die Momente während des Besuchs waren sehr bewegend.

Ein wenig mussten wir uns von den Erfahrungen frei machen als wir die Weiterfahrt nach Sinaia antraten. Dort angekommen ergatterten wir die Eintrittskarten zur nahezu letzten Tour in das große Schloss Peles. Seeeehr beeindruckend und eine sehr gute Empfehlung unseres Reiseführers. Absolut top!

Die letzten 20 Minuten Autofahrt für den Tag traten wir im Stau an, der auch die ganze Nacht vor unserer Straße bestehen bleiben sollte. Das Abendessen und flanieren erinnerte Oliver und Christina an Peru – durch und durch. Mit einem großen Grinsen auf dem Gesicht gingen wir zurück aufs Zimmer.

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