Simon im Krankenhaus

Wie schon kurz erwähnt im vorherigen Artikel begab sich Simon am 20. Mai ins Krankenhaus zu einer vollständigen Entfernung seiner Mandeln. Die Historie ist lange. Wie einige wissen ist Simon mit 2 1/2 an der Krankheit PFAPA erkrankt. Wir versuchten weit ab von der Schulmedizin (Cortison wäre einzige Möglichkeit) in der Homöopathie Hilfe zu finden und wurden bei einem hervorragenden Arzt fündig. Simons Schübe setzten aus und mit 3 1/2 kamen sie für ein halbes Jahr noch einmal. Seitdem war Ruhe. Im Sommer 2018 hatten wir den Verdacht es wäre wieder gekommen, aber dann war wieder Ruhe bis Januar 2019. Nun mit knapp 10 trafen wir die Entscheidung die Mandeln entfernen zu lassen. In München und Umgebung ist das gar nicht mehr so leicht. War die Mandel-OP früher doch nahezu Standard bei jedem Kind, so muss man heutzutage einen Arzt finden, der die Kinder überhaupt noch operiert. Die einzigen, die dies noch machen sind die Ärzte des Schwabinger Krankenhauses. Dort sind wir also vorstellig gewesen. Wir mussten uns nicht erklären und dafür kämpfen, dass sie entfernt werden würden. Der Arzt kannte die Krankheit und der OP-Termin war kurz darauf vereinbart. Montag früh um 7 Uhr (Simon) nüchtern brachte uns (Christina & Simon) Opa Walter in die Klinik. Er blieb dankenswerter Weise bei uns. Opa hatte versprochen für Simon an dem Tag da zu sein. Und das war sehr schön!!

Es dauerte bis ca. 8:45 Uhr bis Simon auf sein Bett durfte und wir in den Aufwachraum fuhren. Dort warteten wir eine weitere Stunde bis Simon endlich in den OP geschoben wurde. Eine weitere Stunde warteten Opa und Christina bis der erlösende Anruf kam, dass Simon im Aufwachraum auf uns warten würde. Eine lange Zeit schlief er noch bis er wirklich die Augen öffnete. Erst gegen 13 Uhr kamen wir ins Zimmer, wo er sich erholte.

Christina blieb die gesamte Woche bei Simon im Krankenhaus. Simon hatte starke Schmerzen und wurde mit Medikamenten regelrecht zugepumpt. Leider mochte er das Eis nicht essen, so wie das meiste Essen dort, das er serviert bekam. Die letzte Nacht erlebte Simon alleine im Krankenhaus (von Freitag auf Samstag). Allerdings blieb Papa ganz lange am Abend bei ihm und wartete bis er endlich schlief. Sehr schön war der Kontakt mit den Zimmergenossen. Er war nie alleine im Zimmer, diese Abwechslung tat ihm sehr gut. Außerdem blieb durchaus auch Zeit mal gemeinsam das eine oder andere Spiel zu spielen.

Leider blieb es nicht bei diesem einen Krankenhausaufenthalt. Als er zu Hause war kam er recht schnell zu kräften und bereits 11 Tage nach der OP fuhr er mit dem Fahrrad rum, am Tag danach war er in der Schule. Eine knappe Woche mit teils sehr hohen Temperaturen verging, insgesamt waren es 2 1/2 Wochen nach der Operation und wir dachten nicht mehr wirklich daran, dass noch etwas passieren könnte. Gerade als Pascal abends auf die Kids aufpasste kam der Anruf “Simon blutet.” Wir fuhren heim und dann recht schnell weiter ins Krankenhaus. Die Ärzte sagten: “Gut, dass sie da sind. Es ist noch rechtzeitig, es kann durchaus lebensbedrohlich werden.” 2 Zugänge und viel … das behalte ich lieber für mich ... später und wir befanden uns auf der Wachstation neben 2 verunfallten Kindern. Der Oberarzt wurde gerufen. Es wurde geklärt, ob er aufgrund der nicht aufhörenden Blutung nochmals in den OP muss. Wir hatten Glück: Die Blutung hatte doch noch rechtzeitig aufgehört und wir (Christina & Simon) durften endlich schlafen.

2 Nächte blieb Simon im Krankenhaus, wobei Christina die 2. Nacht nach Hause fuhr. Es war Samstagmorgen gegen 9 Uhr als Christina wieder im Krankenhaus war, ca. 11 Uhr durften wir gemeinsam das Haus verlassen. Aber: die Ärzte wussten, dass mittlerweile Pfingstferien waren und wir eigentlich mit dem Rest der Familie in Bamberg sein wollten. Wir mussten alle diese Kröte schlucken, getrennt zu sein und auch noch ein paar Tage zu bleiben, denn wir hatten ein Transportverbot ausgesprochen bekommen.

Zusehens viel es allerdings Sven schwer, ohne uns auszukommen und so wagten Simon und Christina sich am Montagnachmittag auf den Weg per S-Bahn bis München, von dort per ICE bis Nürnberg, nochmals per Zug bis Erlangen (mit einer HNO Hauptabteilung, sehr wichtig!!) und das letzte Stück per Auto, gefahren von Stefan! Viiiiielen Dank!

Unser Urlaub selbst ist dann doch wieder eine andere Geschichte 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.