Urlaub 2019 – Vorbereitungsstress

Ähnlich wie 2018 wollen wir dieses Jahr auch wieder nach Rumänien reisen.
Diesmal soll es aber gaaaanz anders werden, hatten wir uns letztes Jahr überlegt.

Anstelle getrennt an-/abzureisen und sinnlos 1.500km auf der Autobahn zu verbringen + einem Flug von München nach Rumänien, dazu noch die besonderen Herausforderungen der Rumänien Straßen die ggf. nicht ganz deckungsgleich zu deutschen Autos sind, hatte wir schon letztes Jahr nach der Rückkehr beschlossen: 2019 fliegen wir alle und nehmen uns einen Mietwagen.

Was für eine doofe Idee…!!!

Fangen wir mit dem Flug an – erste Buchung im Januar bei der rumänischen Fluggesellschaft Tarom von München nach Sibiu. Alles gut! Termine/Zeiten und Preis passen.
Ein paar Wochen später der Anruf vom Reisebüro: Ähm, Tarom hat den Flug annulliert – die Strecke wird nicht mehr bedient.
Also jetzt Lufthansa – was aber nicht mehr ganz so einfach ist da die Abflugzeiten suboptimal sind. Nein – um 06:00 mit 2 Kindern abzufliegen machen keinen Spaß. Neuer Anlauf: Termine gut, Zeiten gut, Preis naja…
Ein paar Wochen später der Anruf vom Reisebüro…. der Rückflug wurde annulliert, wir brauchen einen neuen Termin, zB einen Tag später. Hier auch wieder: Abflug um 06:00 in Sibiu? No way!
Der Flug ist in ein paar Wochen – das Reisebüro hat also noch etwas Zeit uns anzurufen.
Zu guter Letzt haben wir noch bei Atmosfair unseren CO2-Ablashandel vorgenommen, es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber besser als nix.

Mietwagen. Man nehme die Webseite eines bekannten Mietwagenvermittlerts, gebe die Daten ein, die Wunschgröße (Clio sollte es nicht sein…), Zweitfahrer, Versicherung… und bekommt dann mal eine Hustenanfall!
Mit freundlicher Unterstützung unserer Kollegen in Cluj haben wir dann einen lokalen Mietwagenanbieter gefunden bei dem die Schnappatmung sind noch in Grenzen gehalten hat. Wir sind jetzt gespannt ob wir wirklich einen Dacia Duster 4×4 bekommen oder doch eine Pferdekutsche. Geländegängig sind beide.

Reisetour & Planung. 2018 haben wir alles Online gemacht. Suche, Planung, alles. 2019 haben wir tatsächlich einen Reiseführer gekauft. Das war auch besser, aber perfekt ist noch was anderes. Die mächtigste Buchungsplattform für Hotels ist eben Booking – eine “lokale” Alternative gibt es nicht.
Unser Versuch direkt zu buchen (der Schwabe könnte ja ein paar Euro sparen) hat dazu geführt, dass wir Ende Juli feststellen mussten, dass unsere Buchung im August nicht angekommen ist. Wir saßen also gerade mal so spontan ohne Hotel auf einer Teilstrecke da! Mist! Es war einaufgeregter Nachmittag in dem wir versucht haben zu retten was zu retten geht. Die Tour hat sich verändert – ggf. ist es so ja sogar noch besser.
Merke: In Rumänien ist eMail nicht so verbindlich wie in Deutschland… besser mal anrufen!

Das mit dem Gepäck wird auch spannend. Man kann für 2 Wochen ja nicht einfach alles mitnehmen. Weniger ist mehr. Also brauchen wir mind. 2 mal die Möglichkeiten Wäsche zu. waschen. Oliver muss bei seinem Fotoequipment etc. sparen. Die Kids an Büchern und Spielsachen. Wir haben aber auch gelernt! Roller? Braucht es nicht. Sandelsachen für Schwimmbad? Nee. Einschränkung und Limitierung ist angesagt. Weniger Gepäck zur CO2 Reduktion und für den kleinen Mietwagen.

2019 geht es in die Karpaten und die Walachei. Wir sind schon sehr gespannt ob der Teil von Rumänien uns genauso gefällt wie Transilvanien / Siebenbürgen 2018. Dazu haben wir das Reisekonzept im Gegensatz zu 2018 umgestellt. Anstelle nur zwei Hotels zu buchen und von dort Tagestouren zu machen wird 2019 ein Roadtrip von Hotel zu Hotel. Weniger lange Tagestouren, mehr Berge, mehr wandern, weniger Autofahren. Mal sehen.

Wir sind jetzt sehr gespannt und fiebern unserem Abflug schon sehr entgegen!

P.S.: Auch dieses Jahr haben wir es geschafft an unserem Hochzeitstag unterwegs zu sein… 😉

Ostern 2019

Ostern ist, wenn die Blumen blühen, die Sonne strahlt und die Familie zusammenkommt um entspannt die Ostergeschenke in den unzähligen Verstecken im Garten zu suchen.

Ostern dieses Jahr war besonders. Nicht nur, weil wir Ostern seit sehr langer Zeit wieder zusammen mit Christinas Bruder Stefan feiern durften, sondern weil das größte Geschenk an diesem Osterfest zwar sehr weit weg – dafür ganz einfach zu finden war.

Dieses Jahr sind wir am Ostersamstag zu Walter in die Reha gefahren um ihn zu besuchen und seinen Geburtstag nachzufeiern und Ostern ein wenig vorzufeiern. Dabei war es sehr schön zu sehen, dass es Walter ausgezeichnet geht.

Nach einem Ausflug auf die Burg Waldeck mit bester Sicht auf den Edersee gab es dann in Bad Wildungen noch eine kleine Ostereisuche.

Kleines Schmankerl war das Motel Zündstoff das wir am Edersee gefunden haben – auch ohne Bikes eine urige Sache!

Am Ostersonntag gab es dann die eigentliche großer Ostergeschenkeversteckerei für Sven und Simon.

Die Steaks (kein Lamm, kein Hase!) wurden dann passend zum Frühlingswetter auf dem Grill zubereitet mit tollen Salaten serviert.

In dem Sinne: Allen noch gesegnete Ostern!

Frohe Ostern!

Maus-Türöffnertag

Wie schon in den letzten Jahren haben wir uns auch dieses Jahr sehr auf den Maus-Türöffnertag gefreut. Eine einmalig-tolle Möglichkeit in Betrieben hinter die Kulissen schauen zu dürfen. Interessanterweise ist das Angebot rund um München immer etwas bescheiden – deswegen hat es uns dieses Mal nach Berchtesgaden zu den Hutschn-Machern gezogen. 

Die Hutschn-Macher sind eine kleine aber feine Manufaktur für hochwertige handwerklich gefertigte Schaukeln aus Eichenholz. 

Da das Wetter an dem Tag nicht zu einer Bergtour einlud, sind wir vor dem Besuch bei den Hutschn-Machern noch schnell ins Salzbergwerk eingefahren und haben die erstaunliche Unterwelt von Bad Reichenhall bewundert. Sehr spannend.

Noch viel spannender war es dann bei den Hutschn-Machern in die Werkstatt zu schauen und beim spleissen der Leine zuzuschauen. Es roch so gut nach Holz! 

Natürlich konnte man die Schaukeln auch ausgiebig testen!

Zum Abschluss ging es noch in das Nationalparkzentrum Haus der Berge! Wow! Was für ein tolles Fest zum Jubiläum! Und was für eine tolle Ausstellung. Definitiv ein guter Tipp für einen weiteren Besuch in Berchtesgaden – eine Ecke der deutschen Alpen die wir gar nicht so gut kennen. Noch. 

Adrenalin und Entspannung

Am darauffolgenden Tag (Mariä Himmelfahrt – auch hier ein Feiertag) hatten wir uns vorgenommen, in den Kletterpark Adrenalinpark und anschließend in den kleinen Tierpark Wind Mill zu gehen. Beim Weg zum Adrenalinpark stellten wir erstmals fest, dass a) die Straßen oft unbefestigt sind und b) man sich nicht wirklich auf die Angaben des Navigationssystems verlassen sollte. Bei dem Zustand der Straßen wussten wir nicht immer, wann das Navi falsch anzeigt und die Straße wirklich nicht passierbar ist oder ob die Straße noch im normalen Maße für rumänische Verhältnisse ist. Dies sollte uns später im Apuseni Park noch zum Verhängnis werden.

Offroad I

Nach einer sehr abenteuerlichen Fahrt zum Adrenalinpark sahen wir, dass es ja noch einen einfachen (wenn auch trotzdem unbefestigten) Weg zum Kletterpark gegeben hätte.
Im Kletterpark hatten Oliver und Simon extrem viel Spaß und waren am Ende wirklich aufgeladen mit Adrenalin.

Tech4fun!

Climb up

Getting Ready

Pre Slide

Slide fun

Entspannter Beobachter

Hängemattensicherheit

Die Fahrt zum Tierpark war dann relativ unspektakulär, wenngleich sie auch über eine unbefestigte Straße ging. Die Tierhaltung dort ist manchmal richtig gut, bei manchen Tieren bekamen wir allerdings auch Mitleid. Es gab extrem viele Hasen, eine Wildkatze, Esel, Ponnys, verschiedene Vögel, Meerschweinchen, Hamster. In die Hasengehege durfte man rein gehen und so hatten wir viel Spaß beim Füttern und Streicheln.

Blacky

Blacky

Sicherer Platz

Snowwhite

Cat Content

Getrennte Reise und gemeinsame Ankunft

Was uns erwarten würde hatten wir etwas ahnen können, da Oliver und Christina in 2017 für ein kurzes Wochenende in Cluj verbrachten. Dies war ja auch der Moment als wir uns entschieden, mehr Zeit in Rumänien verbringen zu wollen.

Im Kofferraum wäre noch etwas Platz!

Am 12. August war es dann soweit und wir verabschiedeten Oliver mitsamt unseres Gepäcks auf den Weg mit dem Auto nach Rumänien. Wir verfolgten ihn von Poing aus über GPS auf seinem Weg über Österreich, Ungarn nach Rumänien, dazu telefonierten… äh Whatsapp-fonierten wir mehrmals.

1021km to go!

Die Reise verlief trotz eines Staus bei Budapest gut und so machten sich Christina mit Simon und Sven am Montag, 13. August mit beruhigtem Gewissen auf den Weg zum Flughafen. Unser “Taxi” Frank holte uns pünktlich ab, so hatten wir noch genügend Zeit am Flughafen. Die Kinder waren sehr aufgeregt, hielten sich aber dann doch sehr gut. Ohne große Übelkeit und mit viel Neugierde erlebten sie den Flug. Sven schlief kurz vor der Landung sogar noch ein. 😉

Oliver war da schon am Flughafen und wartete auf uns. Allerdings ging die Fahrt nicht wie gedacht in unser gebuchtes Hotel, sondern in ein 3-Zimmer Appartment an Clujs Stadtrand. Unsere Buchung im Hotel war durcheinander gewürfelt und so hatten wir erst ab der Folgenacht dort unser Zimmer beziehen können. Macht aber nichts, Oliver hatte bereits vor unserer Ankunft das Appartment organisiert. Wir nutzten die Nähe zu Cluj und gingen gleich nachmittags ins Büro und anschließend in den Park, um Tretboot zu fahren.

Affenschaukel im Büro

Street Chess of Cluj

Wassertiere

Kletterkünstler

Am Dienstag packten wir unser Auto wieder voll und fuhren noch einmal in die Clujer Innenstadt, um einen kleinen Amphibien-Zoo “Vivarium” inkl. einer großen Sammlung präparierter Tiere zu besuchen. Die Tierhaltung im Vivarium war nicht vergleichbar mit einem Zoo bei uns, wenngleich die Tiere und die Informationen interessant waren. Die verschiedenen präparierten Tiere in der biologischen Sammlung waren sehr beeindruckend und viel zu viel um jedes Detail zu betrachten. Von Bär über Nager und Vögel bis zur Koralle war hier alles zu sehen. Unglaublich! Ein Biologe würde dort sicherlich sehr viel Zeit verbringen können. Natürlich sind die Namen in Latein und Rumänisch angebracht – so war es manchmal auch ein Ratespiel was wir hier gerade sahen.

Exponate

Darwin

Anschließend fuhren wir in unsere Unterkunft Casa Dinainte und verbrachten den restlichen Nachmittag im Pool, auf dem Fußballplatz und auf der Wiese. Erstmal ankommen und durchatmen. Das tat uns allen sehr gut.

Let’s have a party…

Dieses Jahr ist Svens Geburtstag auf einen Samstag gefallen. Also beste Chancen auf einen langen Geburtstags-Tag! Also Party vom Frühstück bis zum Abendessen, mit Geschwistern und Freunden. Mit Kuchen und Geschenken, Spiel und Spaß.

Schon beim Frühstück gab es Geschenke von der Familie und der von Sven gewünschten Himbeer-Schoko-Torte. Die Geschenke wurden natürlich sofort mit professioneller Hilfe von Simon und Unterstützung von Oma und Opa aus der Ferne via Facetime ausgepackt.

Um 15 Uhr kamen Svens Freunde aus Krippe, Kindergarten und der Nachbarschaft und es gab noch mehr Geschenke, Kuchen und dann natürlich Spiel und Spaß! Bei Würstchen und Pommes ist die Party ausgeklungen und das Full House hat sich langsam geleert…

Sven hatte einen wunderbaren spaßigen Tag – um Mama und Papa haben das Haus schnell wieder auf Vordermann gebracht… 😀

Eine kurze Reise durch Rumänien

Der glückliche Umstand einer Dienstreise für Christina und mich nach Cluj/Rumänien die von Donnerstag bis zum Samstag dauerte und die ich bis Sonntag verlängern konnte, ermöglichte mir einen etwas genaueren Blick auf das Land unserer Near-Shore-Tochter zu werfen. Seit ca. 2 Jahren arbeite ich mit Kollegen aus Cluj im Projekt zusammen, letztes Jahr war ich einmal für 2 Tage in Cluj. Christina arbeitet auch mit den Kollegen aus Cluj zusammen, war aber noch nie dort. Jetzt konnten wir im Rahmen eines Firmen-Events dort zusammen ein paar Tage verbringen und ich wollte das Wochenende nutzen um auch einen Blick über die Stadtgrenze hinweg zu wagen. Christina wollte am Samstagabend wieder in Poing sein, ich durfte länger bleiben.

Donnerstag bis Samstagmittag waren wir zusammen in der Stadt unterwegs, teilweise zusammen, teilweise in getrennten Gruppen bei einer City-Ralley. Cluj ist sehr spannend! Viel Altes – sehr viel Neues! In Cluj war ich letztes Jahr schon. Schon damals war ich begeistert von der Stadt. Dieses Mal wollte ich unbedingt ins Umland um Menschen und Land besser kennenzulernen.

Mit Hilfe von Kollegen aus Rumänien habe ich mir dann eine ungefähre Route  zusammengestellt.

Die erste Hürde war die Anmietung des SUVs am Flughafen in Cluj. Liebe Sixt: Ich habe noch nie ein so abgeraztes Auto als Mietwagen erhalten wie hier in Cluj! An allen Ecken und Enden hatte der Ford Kuga Macken und Schäden! Unterwegs hat dann auch die Motorsteuerung zicken gemacht – zeitweise war es spannend ob ich es pünktlich zum Rückflug schaffe…

Meine ersten Vorurteile zu Rumänien waren schon früh in der Zusammenarbeit mit den Kollegen in Cluj gebrochen. Alle sprechen ordentlich bis sehr gut Deutsch und die Zusammenarbeit ist höflich-zurückhaltend und die Qualität meist gut. Insgesamt hatte ich bisher nur positive Erfahrungen mit und in Rumänien gemacht. Ich hatte also wenig Angst davor mich außerhalb von Cluj zu bewegen, die Hoffnung mit Deutsch und Englisch durchzukommen war hoch. Trotzdem hatte ich mir für meinen Zielpunkt am Samstag ein Hotel vorher reserviert – aber eher aus Unwissenheit wann ich in Hermannstadt ankomme.

Was wird mich erwarten, wenn ich nun die „Großstadt“ verlasse und auf das Land fahre? Man kennt die Bilder aus der Fernsehen und Internet. Alte Frauen mit Kopftuch, Pferdekutschen, marode Häuser, 2. Welt.

Ja, ich habe das alles gesehen. Aber noch viel mehr. Viel mehr schönes und begeisternd wertes! Alte Kultur, alte Burgen, Schlösser, Kirchen und Klöster. Alte Städte die über die letzten 75 Jahre nicht ihren Charakter durch Bomben, Wiederaufbau und (Plan-)Wirtschaft verloren haben.

Daher habe ich mich bei meinen Bilder auch auf das fokussiert:  Land, Kultur, Architektur.

Viele viele Bilder habe ich eben nur mit dem Herzen gemacht, eben weil ich genau „dieses“ Bild von Rumänien nicht liefern wollte, das üblicherweise gerne gezeigt wird.
Rumänien bzw. Siebenbürgen ist ein unglaubliches Land mit einer ganz anderen Landschaft. Sanfte Hügel die nun im September eher verdorrt wirken, Maisfelder die stehen bleiben dürfen bis der Mais wirklich trocken ist. Grasflächen auf denen wirklich Schafe, Ziegen, Kühe und Pferde stehen und sich direkt satt fressen dürfen. Menschen die sehr sorgfältig mit dem wenigen was sie haben umgehen. In großen Teilen hat mich die Landschaft, die Städte aber auch die Menschen ein wenig an das südliche Peru erinnert. Ein großer Unterschied zu Südamerika muss aber erwähnt werden: Relativ wenig Müll am Wegesrand. Im Vergleich mit Peru quasi gar keiner.

Sanft hügelig

Und natürlich die Burgen, Schlösser, Kirchen und Klöster!

Ich war in katholischen und evangelischen Kirchen – aber auch in orthodoxen Kirchen. Wow! Da steht in Hermannstdt eine evangelische Kirche mit tief-deutschen Wurzeln. Es sprechen nicht alle Rumänen im Siebenbürgenland deutsch – aber immer noch einige. Englisch ist gar kein Problem.

Meine kleine Route führte mich am Samstag von Cluj nach TurdaAlba Iulia und weiter nach Hermannstadt. Am Sonntag weiter über Transfăgărășan nach Schäßburg und zurück nach Cluj. Eine kleine Rundreise, ein kleiner Sprint.

In Turda hatte ich nur zufällig einen Stopp eingelegt – ich braucht angesichts von 30° Außentemperatur dringend etwas zu trinken. Also rein in den Laden etwas Wasser und Saft gekauft. Entgegen zum rückständigen Deutschland übrigens schnell und einfach mit der Wireless Payment Funktion meiner Kreditkarter quasi im Rausgehen bezahlt.

In Turda habe ich dann einen kleinen Bummel durch den Markt gemacht – um wieder ein Flaschback nach Peru zu bekommen. Auf den ersten Blick sieht so ein Markt rückständig und schmuddelig aus – aber der zweite Blick zeigen liebevolle Menschen die im Pläuschchen miteinander stehen und das tun was man hierzulande leider viel zu selten sieht: Miteinander reden und lachen. Kinder springen herum oder sitzen mit der Oma am Stand und spielen. Es herrscht viel Ruhe und Zufriedenheit.

Erst später habe ich dann gesehen, dass in Turda das tolle Salzbergwerk ist dessen Besuch sich sicher auch gelohnt hätte – aber ich wollte ja nach Hermannstadt.

On the road

Weiter auf dem Weg – ein Blick zur Seite und ich sehe eine (orthodoxe Kirche) auf einem Hügel. Blinker, raus. Ansehen. Wow!

Kloster Mănăstirea Dumbrava

Auf dem Weg lag noch Alba Iulia. Eine Empfehlung meines Ex-Kollegen. Eine gute Empfehlung: Die Burganlage steht auf römischen Mauern und hat später weitere Gebäude und Kirchen dazu bekommen. Alles ist in einem sehr guten Zustand und es gibt vieles zu sehen und zu entdecken. Die orthodoxe Kirche scheint ein Magnet für Hochzeitspaare zu sein – da ging es im 5-Minutentakt zur Trauung und der Garten wurde von den Paaren für die Hochzeitsfotos verwendet.

Kirchen: Ich gehe gerne in Kirchen und bestaune die Architektur und die künstlerische Ausarbeitungen. Ist der Schritt von einer nüchternen evangelischen Kirche zu einer katholischen Kirche in Deutschland schon fast von nüchterner Ästhetik hin zu einem überladenen Design, so begeistern die orthodoxen Kirchen durch eine noch farbigere Darstellung und Ausarbeitung! Es ist unglaublich mit welche Hingabe und Farbigkeit die Kirchen gestalten sind!

Hermanstadt ähnelt eher Cluj, eine wunderschöne Altstadt mit viel Stadt und Industrie drum herum. Für mich wirkt die Stadt noch etwas aufgeräumter als Cluj – allerdings auch „verwestlichter“. In der Fußgängerzone finden sich alle gängigen Modeläden wir in München in der Kaufinger.

Lügenbrücke

Direkt nach der Ankunft hat es mich in die Evangelische Stadtpfarrkirche gezogen – die deutschsprachigen Wurzeln von Siebenbürgen sind hier unverkennbar. Nach einem sehr beschwerlichen Aufstieg auf den Kirchturm wurde ich allerdings mit einem wunderbaren Ausblick über die Stadt bis in die Karpaten belohnt.

Es war am Abend leider fast nicht möglich etwas „normales“ zum Abendessen zu bekommen: Pizza scheint in Rumänien das neue Nationalgericht zu sein! Im Wiener Café gab es dann ein sehr leckeres Wiener Schnitzel. Immerhin!

Das Hotel Luxemburg war eine sehr gute Wahl – direkt an der Lügenbrücke, direkt in der Stadt. Ich bin bis Mitternacht unterwegs gewesen und habe den spätsommerlichen Flair genossen.

Etwas spontan bin ich dann am Sonntag von Hermannstadt auf den Transfăgărășan-Pass gefahren. Ich hatte vorher in Google Maps das ausgerechnet und für mich definiert: Wird schon passen! 😉 Die Auffahrt auf den Pass war schon abenteuerlich und die Aussicht auf die Berge machen Lust auf eine 2-3 Tage Tour Bergwandern. Der Wind pfiff allerdings so sehr, dass ich teilweise mich zum fotografieren hinknien musste. Zu gerne wäre ich noch durch den Tunnel auf die andere Seite gefahren – aber die Zeit war knapp!

Der Rückweg nach Schäßburg war jetzt eher ein Galopp damit ich in Schäßburg plus die vielen kleinen Stopps zum fotografieren noch Zeit übrig blieb. Eine 200km fahrt in Rumänien ist eben nicht vergleichbar mit einer 200km Überlandfahrt in Deutschland (vor allem nicht, wenn man NICHT „Autobahn“ fahren möchte und Google Maps einem den Weg weist!). So war mir am Ende dann irgendwie klar, warum der Mitwagen von Sixt so aussah wie er aussah. Die eine oder andere offizielle Straße in Rumänien hätte bei uns eher das Niveau Feldweg und wäre selbst von Google Maps nicht in die Navigation einbezogen worden…

This way….

Schäßburg – angeblich die Geburtsstadt von Vlad Drakula – ist ein kleines beschäuliches Mittelalterstädtchen mit einem deutschen Friedhof auf dem Berg. Die Bergkirche lädt zum verweilen ein und der überdachte Aufgang von der Stadt zum deutschen Gymnasium ist eine Publikumsattraktion – es gibt es auch einen alternativen, ruhigeren Weg… 😉

Schulbergpanorama

Der Aufstieg auf den Uhrturm ist anstregend – die Aussicht aber wirklich schön. Belustigt hat mich neben den üblichen Schildern “Bukaresti 221km diese Richtung” folgendes kleine Schild das auf Heilbronn am Neckar hingewiesen hat.

Heilbronn: 1600km

Weiter ging der Weg über kleine Straßen in Richtung Târgu Mureș – um kurz vor der Stadt in Richtung Cluj abzubiegen. Die Zeit war mir ausgegangen bzw. meine Risikofreudigkeit hatte nachgelassen. Lieber mit einem sicheren Puffer am Flughafen in Cluj ankommen. Es konnte ja keiner ahnen, dass der Rückflug von Cluj nach München dann noch eine dramatische Verspätung bekommen hat – aber das ist eine andere Geschichte.

Auf dem Weg habe ich noch vieles gesehen und erlebt. Schafherden auf der Straße, die obligatorischen Pferdekarren, alte Brunnen und mitten im Nirgendwo auf einem Hügel ein Grab. Es gäbe noch tausend Geschichten zu entdecken.

Ich hatte mir in Cluj schon schwer getan die alten Frauen die Blumen auf der Straße verkaufen zu fotografieren. Mir geht es da ähnlich wie Stefan Senf vom Motivprogram in New York: Mein persönlicher Anstand verbietet es mir solche Bilder zu „stehlen“. Und es hätte sehr sehr viele solcher Motive auf meiner Strecke gegeben. Viele viele Bilder habe ich eben nur mit dem Herzen gemacht, eben weil ich genau „dieses“ Bild von Rumänien nicht liefern wollte.

Insgesamt hat die kleine Rundreise Lust auf eine weitere Reise nach/durch Rumänien gemacht! Als Familienurlaub ist das sicherlich etwas schwieriger, Spielplätze oder Kinderattraktionen sind eher weniger oft vorhanden.

Ich habe jetzt keinen Vergleich über die Entwicklung der letzten Jahre – ich habe nur die Autobahnbaustellen gesehen die sich durch das Land schneiden. Daher vermute ich mal, dass sich der aktuelle Flair in den nächsten Jahren deutlich verändern wird. Wer also mit dem Gedanken spielt nochmals eine längere Tour durch Rumänien zu planen, der sollte das eher zeitnaher machen. Bevor der Wandel auch die Dörfer erreicht hat.