Ausflug in die Berge

Eine Woche waren Oma und Opa zu Besuch und unterstützen uns sehr, sehr gut in dieser für Oli und Christina sehr Ereignisreichen und Arbeitsreichen ersten Schulwoche, da für beide viele Termine anstanden.

Am Samstagnachmittag war es dann soweit, wir mussten uns von ihnen verabschieden. Und nicht nur das, sondern auch noch von unserem Sven, denn er machte sich auf zu einer Woche Urlaub bei Oma und Opa.

So erhielten Simon, Oliver und Christina die Möglichkeit, am Sonntag einen gemeinsamen Ausflug in die Berge zu machen. Der Berg sollte anspruchsvoll, aber nicht zu sehr sein. Machbar für alle!

So entschieden wir uns für den Roß- und Buchstein. Dieser Berg ist wohl in vielen Wanderführern enthalten und daher extrem beliebt. Der Parkplatz war um ca. 10 Uhr überfüllt, der Weg mit vielen Stufen war voll mit weiteren Wanderern. Das ganze Menschengetummeln taugt uns beim Wandern ja so gar nicht… Der Weg ist relativ neu repariert bzw. an Stellen neu ausgebaut. Ein Dank an dieser Stelle an die vielen – oft ehrenamtlichen – Helfer, die die Wanderwege in Schuss halten. Nach gut einer Stunde gelangten wir zur Sonnenbergalm, machten kurz Rast auf der Wiese und liefen weiter. Beim Blick nach oben stellten wir fest, dass die Masse an Menschen gerade versucht den kleinen Klettersteig wie an einer Perle aufgereiht nach oben zu schreiten. Nicht der Steig ließ Christina erschaudern, sondern die Tatsache mit so vielen Menschen da gleichzeitig den Gipfel zu besteigen und alles völlig überfüllt vorzufinden. Nach kurzem Blick auf die Karte entschieden wir uns für die leichtere und wenig benutzte Strecke über die Nordseite hoch zu steigen. Doch dann kam uns die Roßstein-Alm ins Blickfeld und unsere Pläne änderten sich schlagartig: Ab den kurzen Weg nach unten und dort in Ruhe mit nur wenigen Touristen Pause machen. Bei sehr freundlicher Bedienung inmitten einiger Gäste genossen wir unseren Kuchen. Hervorragend. Der Wunsch nach oben zu steigen viel hinten runter, dafür legten wir einen wenig längeren Weg ein bis wir an der Röhrmosalm ankamen und den letzten Abstieg entlang eines Baches gingen.

Im Tal angelangt kühlten Christina und Simon ihre Füße im kalten Bachbett ab bevor wir beim Feuerwehrfest in Bad Tölz vorbei schauten. Nach einem letzten Stop bei Freunden fuhren wir müde nach Hause.

Erster Schultag in der Realschule

Die letzte Ferienwoche verging für Simon wie im Flug, denn er besuchte Oma und Opa in Karlstadt und hatte mit ihnen eine tolle Zeit im Garten, in der Kissalis, beim Eisessen und und und.

Wieder zurück genoss er die letzten 2 Ferientagen mit seinen Freunden bevor heute der erste Schultag in der Realschule stattfand.

Der Morgen begann mit einem früh sehr wachen Sven und Simon, die kurz nach Oliver in das Erdgeschoss kamen. Dort lag für Simon bereits eine kleine Schultüte (gefüllt mit einem MiBand4, Stiften und Süssigkeiten) und für Sven sein Vorschulmäppchen (mit Stiften, Schere, Lineal, Radiergummi und Süßigkeiten). Ihre Augen leuchteten heller als Straßenlaternen als sie ihre Überraschungen auspackten. Das war wirklich sehr schön anzusehen!

Gemeinsam mit Oma und Opa frühstückten wir noch entspannt bevor wir kurz nach 8 Uhr mit dem Fahrrad erst Lucia abholten und dann in die Schule aufbrachen. Kurze Zeit nach dem Ankommen in der Schule kam auch noch Pascal mit dazu. Vielen Dank an die beiden, dass sie ihren kleinen Bruder so toll unterstützen.

Die Aufteilung der Kinder in die Klassen hatte etwas von der Zeugnisvergabe bei einer Abschlussfeier, jeder hatte seine 15 Sekunden, nur ohne spezielle Musik. Schön war es trotzdem, auch wenn es etwas länger dauerte. Simon verschwand daraufhin mit seiner Klasse und wir fuhren nach Hause um das Mittagessen (Grillen) gemeinsam mit den Großeltern vorzubereiten. Am großen Tisch gemeinsam mit Lucia und Pascal, Oma und Opa, Sven und natürlich Simon hatten wir ein hervorragendes Mittagessen.

Das erste Halbjahr 2019 der Kinder

Dieses Jahr sind wir wahrlich schreibfaul – oder besser. Wir schreiben viel, aber wenig in diesem Blog. Daher gibt es heute nur eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse des ersten Halbjahrs 2019, v. a. bezogen auf die Kinder.

Das Jahr begann mit einem kleinen Schock, denn Simon bekam wieder sein periodisches Fieber, so dass er die erste Schulwoche gleich daheim blieb. Sein 4. Schuljahr war mitten im Gange, daher tat jeder Fehltag weh. Der Rückfall und auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit wieder häufiger kommen könnte, führte zu der Entscheidung, Simon die Mandeln raus zu operieren. Aus medizinischer Sicht ist das Entfernen der Mandeln eine Behandlung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Beschwerdefreiheit führen wird. Nach langer Arztsuche fand die Operation endlich am 20. Mai statt. (Diese Geschichte haben wir nochmals detailliert aufgearbeitet in einem separaten Beitrag.) Gesundheitlich hat es ihn nicht nur aufgrund der Operation erwischt. Zwischendurch hatte er einen Ball auf die Hand bekommen und konnte nicht schreiben, später lief er viele Wochen lang mit Krücken, da er Fersenschmerzen hatte. Schulisch hatte er sich bis zu den Osterferien noch in unzähligen Proben beweisen müssen. Nun ist er in der Realschule in Poing angemeldet und freut sich schon, die Grundschule hinter sich lassen zu können. Die vorpubertäre Coolness ist ihm mittlerweile deutlich anzusehen. Eine spannende Zeit erwartet uns alle. 😉

In der gleichen Zeit bereiteten sich die beiden Großen (Pascal und Lucia) auf ihre Prüfungen vor. Lucia durchstand die 12. Klasse des Gymnasiums mit der Masse an Klausuren in den beiden Semestern und den Abiturprüfungen, die direkt nach den Osterferien begannen. Ende Juni feierten wir mit ihr das bestandene Abitur! Wir sind stolz auf ihre guten Leistungen!

Pascal ist durch Bestehen seiner Prüfungen im 5. Semester einen sehr großen Schritt gegangen, um sein Bachelorstudium fertig zu bekommen. Jetzt steht er gerade vor den Prüfungen des 6. Semesters. Die Herausforderung bei seinem Chemiestudium sind (von außen beurteilt) nicht nur die Menge an Lernmaterial, sondern auch noch die parallel stattfindenen Praktikas, für die auch Vor- und Nachbereitungen notwendig sind. Sofern er dieses Semester nun auch so erfolgreich besteht, wird er im 7. und 8. Semester letzte Prüfungen schreiben und sich an die Bachelorarbeit setzen.

Unser kleiner Sven hat das Glück, noch mit gar keinen Prüfungen betraut zu sein. Er darf einfach nur Kind sein. Dieser “kleine Sveni” ist allerdings gar nicht mehr so ein kleiner Kerl. Sven ist groß geworden und wir merken an ihm die Veränderungen vom Kleinkind hin zu einem Kind. Im September wird er 5 Jahre alt werden und wird in die Vorschule kommen. Seit ein paar Tagen zeigt er auch ähnliche freche Züge, die auf den Wunsch nach Eigenbestimmung und Selbständigkeit hindeuten wie wir es schon von Simon in dem Alter kennen. Auch die Zeit mit ihm ist daher spannend und ereignisreich.

Urlaub auf dem Bauernhof

Nach den gut 2 Tagen in Bamberg machte sich Oliver mit Sven auf den Weg zu unserem Urlaubsziel, dem Bauernhof Leykauf, zwischen Bamberg und Bayreuth. Pascal und Lucia fuhren mit Freunden aus Poing zurück nach Hause.

In einer schönen Ferienwohnung packten sie ihre Koffer aus und fuhren mit einer alten Lokomotive. Gegen Abend kamen endlich Simon und Christina zu ihnen, die von Stefan bei strömendem Regen gebracht wurden.

Am Dienstag war das Wetter bereits etwas schöner und so erkundeten wir an dem Tag den Hof und die Umgebung, gingen Einkaufen und genossen die Ruhe.

Im Laufe der nächsten Tage fuhren wir zum Felsengarten Sanspareil, fuhren nach Bamberg und nach Streitberg inkl. einem Spaziergang durch die Sinderterrassen, zur Streitburg und zur Ruine Neideck.

Familientreffen Bamberg

Das mittlerweile schon fast traditionelle Familientreffen der Familie Schlecht mit all den dazu gehörenden Familien und deren Namen fand dieses Jahr am Pfingstwochenende in Bamberg statt.

Oliver mit Pascal, Lucia und Sven fuhren am Freitagnachmittag im Auto direkt vom Krankenhaus los, wo sie sich von Simon und Christina verabschiedeten. Die Fahrt war angesichts des Ferienbeginns als “normal” einzustufen. Glücklich kamen sie in der Jugendherberge in Bamberg an und verbrachten den Abend bereits in kleiner Runde.

Am Samstag standen 2 Stadtführungen auf dem Programm. Während Oliver und Sven mit einer Kinderführung durch die Stadt liefen, erhielten die Erwachsenen mehr Informationen über Bamberg in einer eigenen Führung.

Sonntags führte alle der Weg zu einem Klettergarten. Während die jüngere Generation kletterte, unterhielt sich der Rest bei einem Getränk.

Simon im Krankenhaus

Wie schon kurz erwähnt im vorherigen Artikel begab sich Simon am 20. Mai ins Krankenhaus zu einer vollständigen Entfernung seiner Mandeln. Die Historie ist lange. Wie einige wissen ist Simon mit 2 1/2 an der Krankheit PFAPA erkrankt. Wir versuchten weit ab von der Schulmedizin (Cortison wäre einzige Möglichkeit) in der Homöopathie Hilfe zu finden und wurden bei einem hervorragenden Arzt fündig. Simons Schübe setzten aus und mit 3 1/2 kamen sie für ein halbes Jahr noch einmal. Seitdem war Ruhe. Im Sommer 2018 hatten wir den Verdacht es wäre wieder gekommen, aber dann war wieder Ruhe bis Januar 2019. Nun mit knapp 10 trafen wir die Entscheidung die Mandeln entfernen zu lassen. In München und Umgebung ist das gar nicht mehr so leicht. War die Mandel-OP früher doch nahezu Standard bei jedem Kind, so muss man heutzutage einen Arzt finden, der die Kinder überhaupt noch operiert. Die einzigen, die dies noch machen sind die Ärzte des Schwabinger Krankenhauses. Dort sind wir also vorstellig gewesen. Wir mussten uns nicht erklären und dafür kämpfen, dass sie entfernt werden würden. Der Arzt kannte die Krankheit und der OP-Termin war kurz darauf vereinbart. Montag früh um 7 Uhr (Simon) nüchtern brachte uns (Christina & Simon) Opa Walter in die Klinik. Er blieb dankenswerter Weise bei uns. Opa hatte versprochen für Simon an dem Tag da zu sein. Und das war sehr schön!!

Es dauerte bis ca. 8:45 Uhr bis Simon auf sein Bett durfte und wir in den Aufwachraum fuhren. Dort warteten wir eine weitere Stunde bis Simon endlich in den OP geschoben wurde. Eine weitere Stunde warteten Opa und Christina bis der erlösende Anruf kam, dass Simon im Aufwachraum auf uns warten würde. Eine lange Zeit schlief er noch bis er wirklich die Augen öffnete. Erst gegen 13 Uhr kamen wir ins Zimmer, wo er sich erholte.

Christina blieb die gesamte Woche bei Simon im Krankenhaus. Simon hatte starke Schmerzen und wurde mit Medikamenten regelrecht zugepumpt. Leider mochte er das Eis nicht essen, so wie das meiste Essen dort, das er serviert bekam. Die letzte Nacht erlebte Simon alleine im Krankenhaus (von Freitag auf Samstag). Allerdings blieb Papa ganz lange am Abend bei ihm und wartete bis er endlich schlief. Sehr schön war der Kontakt mit den Zimmergenossen. Er war nie alleine im Zimmer, diese Abwechslung tat ihm sehr gut. Außerdem blieb durchaus auch Zeit mal gemeinsam das eine oder andere Spiel zu spielen.

Leider blieb es nicht bei diesem einen Krankenhausaufenthalt. Als er zu Hause war kam er recht schnell zu kräften und bereits 11 Tage nach der OP fuhr er mit dem Fahrrad rum, am Tag danach war er in der Schule. Eine knappe Woche mit teils sehr hohen Temperaturen verging, insgesamt waren es 2 1/2 Wochen nach der Operation und wir dachten nicht mehr wirklich daran, dass noch etwas passieren könnte. Gerade als Pascal abends auf die Kids aufpasste kam der Anruf “Simon blutet.” Wir fuhren heim und dann recht schnell weiter ins Krankenhaus. Die Ärzte sagten: “Gut, dass sie da sind. Es ist noch rechtzeitig, es kann durchaus lebensbedrohlich werden.” 2 Zugänge und viel … das behalte ich lieber für mich ... später und wir befanden uns auf der Wachstation neben 2 verunfallten Kindern. Der Oberarzt wurde gerufen. Es wurde geklärt, ob er aufgrund der nicht aufhörenden Blutung nochmals in den OP muss. Wir hatten Glück: Die Blutung hatte doch noch rechtzeitig aufgehört und wir (Christina & Simon) durften endlich schlafen.

2 Nächte blieb Simon im Krankenhaus, wobei Christina die 2. Nacht nach Hause fuhr. Es war Samstagmorgen gegen 9 Uhr als Christina wieder im Krankenhaus war, ca. 11 Uhr durften wir gemeinsam das Haus verlassen. Aber: die Ärzte wussten, dass mittlerweile Pfingstferien waren und wir eigentlich mit dem Rest der Familie in Bamberg sein wollten. Wir mussten alle diese Kröte schlucken, getrennt zu sein und auch noch ein paar Tage zu bleiben, denn wir hatten ein Transportverbot ausgesprochen bekommen.

Zusehens viel es allerdings Sven schwer, ohne uns auszukommen und so wagten Simon und Christina sich am Montagnachmittag auf den Weg per S-Bahn bis München, von dort per ICE bis Nürnberg, nochmals per Zug bis Erlangen (mit einer HNO Hauptabteilung, sehr wichtig!!) und das letzte Stück per Auto, gefahren von Stefan! Viiiiielen Dank!

Unser Urlaub selbst ist dann doch wieder eine andere Geschichte 😉

Resumee

Nach 2 Wochen Urlaub blicken wir auf eine erreignisreiche Zeit zurück.

Wir waren auf Burgen, in Höhlen, im Apuseni Park, in Städten, Kirchenburgen und Klöstern.

Wir haben die Menschen auf dem Land gesehen und Menschen in der Stadt erlebt.

Wir haben das rumänische Essen gekostet und bei einer sehr liebevollen Gastfamilie unsere 2. Ferienwoche genossen. Dort hatten wir auch die Gelegenheit, den einen oder anderen Rumänen näher kennen zu lernen und (im Hotel und außerhalb) deren Offenheit und Freundlichkeit zu erleben.
Am Ende hatten wir dann doch zu wenig Zeit, um in einem der Nationalparks mehr zu erleben. Einiges ist dem geschuldet, dass wir nur 2 Standorte für Übernachtungen gebucht hatten. Dazu hatten wir uns entschlossen, um es den Kindern leichter zu machen sich wohl zu fühlen. Dadurch mussten wir aber auch immer wieder lange Strecken zurück fahren. Diese lange Strecken hatten wir etwas unterschätzt. Die “paar” Kilometer bedeuten in Rumänien halt dann doch stundenlange Autofahrten.

Werden wir wieder kommen? Sehr gerne!

Dann haben wir auch noch Zeit für längere Wanderungen und Übernachtungen in Berghütten und die viele Kultur östlich und nördlich von Cluj und den Apuseni Park und auf dem Transfargarasan und südlich von Brasov und die Gegend um Eisenmarkt und und und….

Wer selbst sich Ideen für seinen Rumänien-Urlaub suchen möchte, der findet in unserer speziell für unseren Urlaub angelegte Liste ein paar Informationen:

Ziele in Rumänien

 

 

Allgemeines zu Rumänien

Allgemeines zu Rumänien

1. Straßen und Navigation
Do not trust Google Maps! Nor any other Navigation Systems!
Wir haben uns mehrmals auf das Navigationssystem unseres Seat verlassen. Trotz aktueller Karten wurden wir über Straßen geleitet, die den Begriff “Straße” nicht Wert sind. Feldwege, Waldwege, Wanderwege. Das alles kennt das Navigationssystem von Seat aber auch Google Maps (iOS) als “Straße”. Also in guter alter Väters Sitte: Selbst die Karte anschauen und lieber einen kleinen “Umweg” über eine Bundesstraße oder das nächste Dorf nehmen.

2. Menschen
Wir haben keinerlei schlechte Erfahrungen mit den Menschen in Siebenbürgen gemacht! Alle waren freundlich, zuvorkommen und hilfsbereit. Wer mit offenen Herzen auf Menschen zugeht bekommt hier geholfen. Unser Eindruck war, dass die “alte” Generation ehr kleiner, dunkelhäutig und verbraucht wirkt. Die neue Generation (so alt wie wir und jünger) ist groß gewachsen, hat oft eine hellere Hautfarbe. Davon unabhängig kann man eine Vermischung des Aussehens mit ehr dunklem Teint und dunklen Haaren mit ehr blonden und rothaarigen Menschen und/oder blauen Augen.

3. Einkaufen
Zu unserer Schande waren wir viel bei Kaufland, Lidl und Penny einkaufen. In die kleinen Magazine in den Dörfern haben wir uns (noch) nicht getraut. In den bekannten Einkaufspalästen geht es im Wesentlichen zu wie bei uns. In Klein-Talmesch haben wir sehr gerne das Gemüse vom Stand auf der Straße gekauft.

4. Bezahlen
Zu mehr als 80% haben wir bargeldlos bezahlt. Und zwar mit der Kreditkarte. Kontaktlos. Einfach mit der Karte an das Bezahlterminal gehalten, pieps, fertig. Selten kam die PIN-Abfrage der Kreditkarte. Nur in kleinen Läden (zB Bäcker) oder in dem einen oder anderen Museum haben wir noch auf RON zurückgegriffen. Ein kleiner Bargeldbestand ist also hilfreich.

5. Renovierungsbedürftigkeit
Eine Frage, die sich viele stellen (und auch wir): Wie gut entwickelt ist Rumänien? Wie gut viel ist zu renovieren? Ja, es ist sehr schön zu sehen wie viel bereits renoviert wurde. Bei vielen Gebäuden, Institutionen und Straßen sind die gezahlten öffentlichen Zuschüsse sichtbar, vieles auch mit EU-Geldern. V. a. Straßen und Vergnügungsaktivitäten (wie der Adrenalinpark, Salzbergwerk Turda) werden unterstützt und erhöhen den Lebenswert der Regionen, v. a. für die einheimische Bevölkerung.
Viele Gebäude sind allerdings immer noch in desolatem Zustand, auch bereits renovierte Straßen und z. B. der Duschbereich an den Salzseen geht schnell wieder kaputt.
Zudem kommt auch hier das Problem mit dem Müll. In Restaurants werden auch Plastikflaschen ausgegeben, dazu wird alles in Plastiktüten verpackt.

6. Umweltbewusstsein
Wir wünschen uns für Rumänien, das Land und seine Menschen ein besseres Bewusstsein über seine einmalige Natur und Denkmäler. Weniger Plastiktüten, mehr Mülleimer (die auch geleert werden) oder noch besser weniger Kunststoff-Taschen/-Flaschen/-Verpackungen/-… würden dem Land wirklich gut tun. Es ist erschreckend wie viel Müll schon jetzt in Feld, Wald und Natur rumliegt. Das geht besser.

Abschied nehmen

Nun war es soweit: wir mussten Abschied nehmen von unseren lieben Gastgebern. Mit unserer Wegverpflegung (ein riesiges Glas Pflaumenmarmelade, der “Dip” und eine Tüte Süßes für die Kids) machten wir uns voll gepackt auf den Rückweg Richtung Cluj – aber nicht ohne uns noch etwas auf dem Weg anzusehen. Schäßburg sollte unser letzter Halt werden. Oliver war bereits letztes Jahr für einen Kurzbesuch dort. Wir schlenderten ebenfalls über die auf dem Berg gelegene historische Altstadt mit ihrer renovierten evangelischen Kirche (wurde auch als bestes renovierte Kirche im Jahr 2006 (?) ausgezeichnet). Die Kirche inkl. der Gruft ist wirklich sehenswert. Dort sind auch mehrere alte Truhen aus Henndorf ausgestellt. Dies waren Aussteuertruhen, die nach der Hochzeit als Vorratsruhe mit getrockneten Lebensmitteln auf dem Kirchboden aufgehoben wurden, da die Kirche im Falle eines Angriffs den Schutzort darstellte. Es liegen wohl noch sehr viele renovierungsbedürftigen Truhen auf dem Kirchboden von Henndorf. Diese Auswahl in der Kirche alleine war beeindruckend.

Die historische Altstadt ist sehr liebevoll und vollständig restauriert und zieht daher viele internationale Besucher an. Wir wären gerne noch länger spazieren gegangen, aber die Zeit drängte und so fuhren wir zeitig los weiter Richtung Cluj. Zeitlich waren wir in einem guten Rahmen bis, ja bis wir dachten elegant über die neue Autobahn ein großes Stück um Turda herum fahren zu können. Leider konnten sich weder das Navigationssystem von Seat noch das von Navi von Google entscheiden wie man – einmal drauf – auch wieder so runter kommt, dass wir auch tatsächlich um Turda rum auf die Landstraße Richtung Cluj geraten. So kam es, dass wir uns binnen Sekunden auf der Autobahn Richtung Alba Iulia (also Richtung Süden statt Richtung Norden) befanden ohne Wendemöglichkeit bis Alba Iulia. Die Zeitangabe schnellte auf Ankunftszeit am Flughafen in Cluj auf 18 Uhr nach oben, das ist unser Startzeitpunkt des Flugzeuges. Ratlosigkeit und Schweissperlen waren sichtbar. Oliver gab einfach mal Gas (mit 80 Restkilometern im Tank) und ZUM GLÜCK gab es doch noch wenige Kilometer später eine Wendemöglichkeit! Der Stein, der uns allen vom Herzen fiel (nur Sven nicht, der schlief) war zu hören und zu spüren. Nun noch kurz tanken und ab zum Flughafen. In Summe büßten wir kaum 15 Minuten ein. Mit genügend Zeit kamen wir am Flughafen an – Ticket holen – Sicherheitskontrolle – Toilette gehen und dann etwas warten.

Alles verlief ab dann reibungslos und wir landeten sogar innerhalb des akademischen Viertels in München. Dank Frank genossen wir eine kurze und kurzweilige Rückfahrt.
Zu Hause angekommen inspizierten die Kinder ihre Fahrräder, die Pflanzen und ihre Spielsachen. Vor allem für Sven war es wichtig wieder ausgiebig spielen zu können.

Trotz anstrengendem Tag gingen sie reichlich zu spät ins Bett.
Oliver war mittlerweile in Oradea angekommen, hat den Ersatzreifen abgegeben und erholte sich in einem angenehmen Hotel. Die Heimfahrt für ihn am Mittwoch, 29. August verlief erst in Deutschland durch Staus. Sein erster Satz nach der Begrüßung zu Hause war “Lieber fahre ich 800 km durch Rumänien und Ungarn als 200 km durch Deutschland!”

Nun sind die 3 Koffer, 2 Rucksäcke und eine Sporttasche wieder vollständig verräumt. Die Waschmaschine erledigt den Rest für uns.

Die Kirchenburgen in Herrmannstadts Nähe

Unseren vorletzten Tag wollten wir noch so bewusst wie möglich erleben, aber auf der anderen Seite nicht mehr so weit fahren. Vor allem nach der Fahrt am Vortrag zum Transfaragasan und zurück hatten wir genug. Gleichzeitig verspürten die Kinder sich ein wenig länger im Zimmer beim Spielen aufzuhalten. Besonders Sven hat die ganzen Reisetage hindurch immer wieder am Morgen und Abend dringend seine 6 mitgebrachten Autos bespielen müssen.

So ließen wir uns an dem Tag also treiben und starteten erst gegen 10 Uhr unsere kleine Tour Richtung Nordwesten von Herrmannstadt. Die Hinfahrt über ca. nur 1 h verbrachten wir auf der Autobahn – welch Entspannung! Bald fanden wir unser erstes Ziel für diesen Tag, die Kirchenburg Calnic / Kelling. Und nachdem wir uns an diesem Tag treiben ließen ergab sich bereits hier ein netter Zufall, dass bereits weitere Besucher vor verschlossener Türe standen und mit jemandem telefoniert hätte, die gleich aufsperren würde. Gesagt getan, wir durchquerten das große Tor und durchschritten einen langen Gang und fanden eine sehr schön restaurierte Kirchenburg vor, die sehr liebevoll gepflegt ist. Der Innenhof ist eine Ruine, die mit Rasen, kleinen Büschen und Rosen bepflanzt ist. Ebenso stehen rund um den Brunnen blühende Töpfe. Im Weinkeller wird immer noch gekeltert, die Kirche ist renoviert und in Takt (aber nicht in Benutzung, da es keine Siebenbürger Sachsen mehr im Ort gibt). Auf den Aussichtsturm kann man hoch steigen. Teilweise stehen noch am Rande der Mauer die Wohnhäuser. Der äußere und innere Befestigungsring sind noch in Takt. In einem weiteren Turm ist ein kleines Museum eingerichtet. In Summe, eine sehr schöne Wehranlage, die mit viel Liebe gepflegt wird.

Bevor wir den weiteren Weg antraten folgten wir zu Fuß noch dem Schild zu einer evangelischen Basilika, die ein wenig weiter den Weg hinter sein soll. Mit offenem Mund vor Erstaunen standen wir sogleich vor einem alten Friedhof der Siebenbürger Sachsen, der wenig gepflegt bis verwahrlost ist. Ein Trampelpfad und einige neuere Grabsteine zeugen davon, dass der Friedhof noch begangen wird. Ob es wohl doch noch Sachsen hier gibt? Die Basilika ist geschlossen und verrottet sichtbar vor sich hin. Sehr schade!

Dies sollte jedoch nicht die einzige schlecht erhaltene Kirche an diesem Tag bleiben. Als wir uns wieder gefasst hatten, fuhren wir weiter ein Stück Richtung Herrmannstadt. Laut Angaben sollte es in Dobarca eine weitere Kirchenburg geben. Was wir vorfanden war eine in sich zerfallene Kirchenburg, die wohl als Kuhstall verwendet wird. Auch wenn wir keine Historiker sind, uns blutete das Herz welche Zerstörung hier mit jedem Kuhfladen und Regenguss hier mehr wurde. Im Internet fanden wir eine Initiative, die diese Burg – und andere – retten möchte. Ob die Zeit wohl noch reichen wird?

Am Rande: Christina war diesem kleinen, leicht verlassen wirkendem Ort erstmals etwas verschlossen gegenüber. Auf der Wiese an der Hauptstraße lagen einige Männer und Kinder, alle wirkten gut genährt. Wir irrten auf der Suche nach der Burg an ihnen vorbei. An unserem Auto und Verhalten war uns die Verwirrung nahezu auf das Autokennzeichen geschrieben. Auf einem reichlich steinigen Weg folgten wir dem Weg bis zur Kirchenburg. Als wir parkten fuhr ein kleines Auto mit mindestens 2 Männern hinter uns vorbei. Christina war misstrauisch und glaubte nicht recht, dass dies Zufall sei. Der Besuch in der Kirchenburg dauerte nicht lange und Christina war froh das Auto in heilem Zustand wieder vorzufinden. Der Weg zurück zur Hauptstraße ging ähnlich schlecht über viele Steine. An der Kreuzung sah uns einer der Männer, der gerade vor uns kreuzte und wies uns mit der Handbewegung darauf hin, dass wir bei dem Fahrwinkel zur Straße aufsitzen werden. Oliver korrigierte daraufhin den Winkel. Ein Junge uns gegenüber lächelte uns an und gab uns einen “Thumb up”. Christina fühlte sich schäbig! Wieder einmal sind wir offen und herzlich behandelt worden.

Zurück zu unserer Tour: Immer noch hatten wir viel Zeit bis zum Abend und so suchte Christina während der Fahrt auf der Nebenstraße Richtung Herrmannstadt nach Sehenswerten. Und da war sie schon unsere nächste Kirchenburg: Cristian / Grossau. Es war gegen 14 Uhr und zufällig endete um diese Uhr die Mittagspause. Auf dem Weg zum Portal grüßte ein älterer Mann freundlich auf Deutsch und animierte uns bei der Telefonnr. anzurufen. Beim 2. Versuch klappte es und Maria schickte nach einigen Minuten Arbeiter vorbei. Mit uns warteten mittlerweile 2 weitere junge Pärchen. Der eine junge Mann war hier 2013 Zivi und konnte so den Kontakt in rumänischer Sprache zu dem Arbeiter aufbauen. Wir durften uns in der großen Kirchenburganlage frei bewegen, gingen in den Speckturm, in dem tatsächlich Salami und Speck hängt, dazu gibt es Marmelade und Schnaps zum Probieren (und kaufen). Die Kirche ist teilweise renoviert, die Wehrmauer intakt. Hier gibt es noch eine aktive Gemeinde, auch Maria, die wir am Ende noch persönlich kennenlernen durfte, spricht fließend und akzentfrei deutsch.

Nun war es mittlerweile gegen 15 Uhr. Wir entschlossen uns zur Abwechslung nach Hohe Rinne / Paltinis zu fahren, um dort etwas spazieren zu gehen. In teilweise engen Serpentinen ging es den Berg weit nach oben. Auch hier erinnerten uns die Hänge und die Bewaldung an die Alpen bis ca. 1500 Höhenmetern. Kurz vor Paltinis fanden wir einen kleinen Kinder-Vergnügungspark mit Hüpfburg und Streichelzoo. Kurz entschlossen bogen wir ab und lernten einen Böblinger mit Herrmannstadter Wurzeln kennen, der vor 3 Jahren zurück gekehrt ist und sich um die Anlage kümmert. Es war wie immer ein abwechslungsreiches Gespräch und angenehmer Austausch. Die Kinder amüsierten sich derweil auf dem Trampolin und bei der Sommerrodelbahn.

Nachdem sich die Kinder ausgetobt hatten, führte uns der Weg auf ein Teilstück, das wir noch vom ersten Tag in Herrmannstadt kannten. Dieses Mal hatten wir allerdings noch Zeit in Heltau anzuhalten. Es handelt sich um eine sehr schön renovierte Stadt mit einer Fußgängerzone. Leider ist auch hier – wie in so vielen Orten – nicht so viel “los”. Aber im Gegensatz zu anderen Orten, in denen liebevoll ein Platz in der Ortsmitte, ggf. sogar mit Spielplatz und Brunnen, angelegt wurde, jedoch sich kaum einer aufhält, wirkt dieser Ort in der Anordnung und Fassadengestaltung fast schon deutsch. Wir suchten den Eingang zur Kirchenburg, die hier im Zentrum der Altstadt steht. Es gelang uns noch in den letzten 15 Minuten der Öffnungszeit rein zugelangen. So fanden wir eine außergewöhnlich schön renovierte Kirche vor, deren Wehrgang noch nahezu in Takt ist, dazu sind die Wege mit Blumen gesäumt. An einer Seite wurden im Laufe der Jahrhunderte der Bereich zwischen ersten und zweiter Stadtmauer überbaut und Ladengeschäft und Wohnungen gebaut. Auf der anderen Seite sind liebevolle Gemüse- und Blumengärten angelegt. Interessanterweise sind auch hier Wohnhäuser auf die Mauer gebaut mit dem Ausgang in den Innenbereich der Kirchenburg. Auch hier trafen wir perfekt deutsch sprechende Menschen. Ein Kleinod der Erholung und wunderschön!

Voll getränkt mit vielen Erfahrungen und Erlebnissen fuhren wir nach Hause ins Hotel. Dort begann das große Packen und Sortieren. Am Ende war alles rechtzeitig fertig bis wir im strömenden Regen zu unserem Abendessen ins Hinterhaus liefen. Unerwarteter weise gab es ein Candle-Light-Dinner, allerdings bei einer LED-“Öllampe”, denn aufgrund des Gewitters fiel der Strom für über eine Stunde aus. Wir ließen es uns gut schmecken, denn hungrig waren wir alle an diesem Tag geworden.