Abschied nehmen

Nun war es soweit: wir mussten Abschied nehmen von unseren lieben Gastgebern. Mit unserer Wegverpflegung (ein riesiges Glas Pflaumenmarmelade, der “Dip” und eine Tüte Süßes für die Kids) machten wir uns voll gepackt auf den Rückweg Richtung Cluj – aber nicht ohne uns noch etwas auf dem Weg anzusehen. Schäßburg sollte unser letzter Halt werden. Oliver war bereits letztes Jahr für einen Kurzbesuch dort. Wir schlenderten ebenfalls über die auf dem Berg gelegene historische Altstadt mit ihrer renovierten evangelischen Kirche (wurde auch als bestes renovierte Kirche im Jahr 2006 (?) ausgezeichnet). Die Kirche inkl. der Gruft ist wirklich sehenswert. Dort sind auch mehrere alte Truhen aus Henndorf ausgestellt. Dies waren Aussteuertruhen, die nach der Hochzeit als Vorratsruhe mit getrockneten Lebensmitteln auf dem Kirchboden aufgehoben wurden, da die Kirche im Falle eines Angriffs den Schutzort darstellte. Es liegen wohl noch sehr viele renovierungsbedürftigen Truhen auf dem Kirchboden von Henndorf. Diese Auswahl in der Kirche alleine war beeindruckend.

Die historische Altstadt ist sehr liebevoll und vollständig restauriert und zieht daher viele internationale Besucher an. Wir wären gerne noch länger spazieren gegangen, aber die Zeit drängte und so fuhren wir zeitig los weiter Richtung Cluj. Zeitlich waren wir in einem guten Rahmen bis, ja bis wir dachten elegant über die neue Autobahn ein großes Stück um Turda herum fahren zu können. Leider konnten sich weder das Navigationssystem von Seat noch das von Navi von Google entscheiden wie man – einmal drauf – auch wieder so runter kommt, dass wir auch tatsächlich um Turda rum auf die Landstraße Richtung Cluj geraten. So kam es, dass wir uns binnen Sekunden auf der Autobahn Richtung Alba Iulia (also Richtung Süden statt Richtung Norden) befanden ohne Wendemöglichkeit bis Alba Iulia. Die Zeitangabe schnellte auf Ankunftszeit am Flughafen in Cluj auf 18 Uhr nach oben, das ist unser Startzeitpunkt des Flugzeuges. Ratlosigkeit und Schweissperlen waren sichtbar. Oliver gab einfach mal Gas (mit 80 Restkilometern im Tank) und ZUM GLÜCK gab es doch noch wenige Kilometer später eine Wendemöglichkeit! Der Stein, der uns allen vom Herzen fiel (nur Sven nicht, der schlief) war zu hören und zu spüren. Nun noch kurz tanken und ab zum Flughafen. In Summe büßten wir kaum 15 Minuten ein. Mit genügend Zeit kamen wir am Flughafen an – Ticket holen – Sicherheitskontrolle – Toilette gehen und dann etwas warten.

Alles verlief ab dann reibungslos und wir landeten sogar innerhalb des akademischen Viertels in München. Dank Frank genossen wir eine kurze und kurzweilige Rückfahrt.
Zu Hause angekommen inspizierten die Kinder ihre Fahrräder, die Pflanzen und ihre Spielsachen. Vor allem für Sven war es wichtig wieder ausgiebig spielen zu können.

Trotz anstrengendem Tag gingen sie reichlich zu spät ins Bett.
Oliver war mittlerweile in Oradea angekommen, hat den Ersatzreifen abgegeben und erholte sich in einem angenehmen Hotel. Die Heimfahrt für ihn am Mittwoch, 29. August verlief erst in Deutschland durch Staus. Sein erster Satz nach der Begrüßung zu Hause war “Lieber fahre ich 800 km durch Rumänien und Ungarn als 200 km durch Deutschland!”

Nun sind die 3 Koffer, 2 Rucksäcke und eine Sporttasche wieder vollständig verräumt. Die Waschmaschine erledigt den Rest für uns.

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