Resumee

Nach 2 Wochen Urlaub blicken wir auf eine erreignisreiche Zeit zurück.

Wir waren auf Burgen, in Höhlen, im Apuseni Park, in Städten, Kirchenburgen und Klöstern.

Wir haben die Menschen auf dem Land gesehen und Menschen in der Stadt erlebt.

Wir haben das rumänische Essen gekostet und bei einer sehr liebevollen Gastfamilie unsere 2. Ferienwoche genossen. Dort hatten wir auch die Gelegenheit, den einen oder anderen Rumänen näher kennen zu lernen und (im Hotel und außerhalb) deren Offenheit und Freundlichkeit zu erleben.
Am Ende hatten wir dann doch zu wenig Zeit, um in einem der Nationalparks mehr zu erleben. Einiges ist dem geschuldet, dass wir nur 2 Standorte für Übernachtungen gebucht hatten. Dazu hatten wir uns entschlossen, um es den Kindern leichter zu machen sich wohl zu fühlen. Dadurch mussten wir aber auch immer wieder lange Strecken zurück fahren. Diese lange Strecken hatten wir etwas unterschätzt. Die “paar” Kilometer bedeuten in Rumänien halt dann doch stundenlange Autofahrten.

Werden wir wieder kommen? Sehr gerne!

Dann haben wir auch noch Zeit für längere Wanderungen und Übernachtungen in Berghütten und die viele Kultur östlich und nördlich von Cluj und den Apuseni Park und auf dem Transfargarasan und südlich von Brasov und die Gegend um Eisenmarkt und und und….

Wer selbst sich Ideen für seinen Rumänien-Urlaub suchen möchte, der findet in unserer speziell für unseren Urlaub angelegte Liste ein paar Informationen:

Ziele in Rumänien

 

 

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Allgemeines zu Rumänien

Allgemeines zu Rumänien

1. Straßen und Navigation
Do not trust Google Maps! Nor any other Navigation Systems!
Wir haben uns mehrmals auf das Navigationssystem unseres Seat verlassen. Trotz aktueller Karten wurden wir über Straßen geleitet, die den Begriff “Straße” nicht Wert sind. Feldwege, Waldwege, Wanderwege. Das alles kennt das Navigationssystem von Seat aber auch Google Maps (iOS) als “Straße”. Also in guter alter Väters Sitte: Selbst die Karte anschauen und lieber einen kleinen “Umweg” über eine Bundesstraße oder das nächste Dorf nehmen.

2. Menschen
Wir haben keinerlei schlechte Erfahrungen mit den Menschen in Siebenbürgen gemacht! Alle waren freundlich, zuvorkommen und hilfsbereit. Wer mit offenen Herzen auf Menschen zugeht bekommt hier geholfen. Unser Eindruck war, dass die “alte” Generation ehr kleiner, dunkelhäutig und verbraucht wirkt. Die neue Generation (so alt wie wir und jünger) ist groß gewachsen, hat oft eine hellere Hautfarbe. Davon unabhängig kann man eine Vermischung des Aussehens mit ehr dunklem Teint und dunklen Haaren mit ehr blonden und rothaarigen Menschen und/oder blauen Augen.

3. Einkaufen
Zu unserer Schande waren wir viel bei Kaufland, Lidl und Penny einkaufen. In die kleinen Magazine in den Dörfern haben wir uns (noch) nicht getraut. In den bekannten Einkaufspalästen geht es im Wesentlichen zu wie bei uns. In Klein-Talmesch haben wir sehr gerne das Gemüse vom Stand auf der Straße gekauft.

4. Bezahlen
Zu mehr als 80% haben wir bargeldlos bezahlt. Und zwar mit der Kreditkarte. Kontaktlos. Einfach mit der Karte an das Bezahlterminal gehalten, pieps, fertig. Selten kam die PIN-Abfrage der Kreditkarte. Nur in kleinen Läden (zB Bäcker) oder in dem einen oder anderen Museum haben wir noch auf RON zurückgegriffen. Ein kleiner Bargeldbestand ist also hilfreich.

5. Renovierungsbedürftigkeit
Eine Frage, die sich viele stellen (und auch wir): Wie gut entwickelt ist Rumänien? Wie gut viel ist zu renovieren? Ja, es ist sehr schön zu sehen wie viel bereits renoviert wurde. Bei vielen Gebäuden, Institutionen und Straßen sind die gezahlten öffentlichen Zuschüsse sichtbar, vieles auch mit EU-Geldern. V. a. Straßen und Vergnügungsaktivitäten (wie der Adrenalinpark, Salzbergwerk Turda) werden unterstützt und erhöhen den Lebenswert der Regionen, v. a. für die einheimische Bevölkerung.
Viele Gebäude sind allerdings immer noch in desolatem Zustand, auch bereits renovierte Straßen und z. B. der Duschbereich an den Salzseen geht schnell wieder kaputt.
Zudem kommt auch hier das Problem mit dem Müll. In Restaurants werden auch Plastikflaschen ausgegeben, dazu wird alles in Plastiktüten verpackt.

6. Umweltbewusstsein
Wir wünschen uns für Rumänien, das Land und seine Menschen ein besseres Bewusstsein über seine einmalige Natur und Denkmäler. Weniger Plastiktüten, mehr Mülleimer (die auch geleert werden) oder noch besser weniger Kunststoff-Taschen/-Flaschen/-Verpackungen/-… würden dem Land wirklich gut tun. Es ist erschreckend wie viel Müll schon jetzt in Feld, Wald und Natur rumliegt. Das geht besser.

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Abschied nehmen

Nun war es soweit: wir mussten Abschied nehmen von unseren lieben Gastgebern. Mit unserer Wegverpflegung (ein riesiges Glas Pflaumenmarmelade, der “Dip” und eine Tüte Süßes für die Kids) machten wir uns voll gepackt auf den Rückweg Richtung Cluj – aber nicht ohne uns noch etwas auf dem Weg anzusehen. Schäßburg sollte unser letzter Halt werden. Oliver war bereits letztes Jahr für einen Kurzbesuch dort. Wir schlenderten ebenfalls über die auf dem Berg gelegene historische Altstadt mit ihrer renovierten evangelischen Kirche (wurde auch als bestes renovierte Kirche im Jahr 2006 (?) ausgezeichnet). Die Kirche inkl. der Gruft ist wirklich sehenswert. Dort sind auch mehrere alte Truhen aus Henndorf ausgestellt. Dies waren Aussteuertruhen, die nach der Hochzeit als Vorratsruhe mit getrockneten Lebensmitteln auf dem Kirchboden aufgehoben wurden, da die Kirche im Falle eines Angriffs den Schutzort darstellte. Es liegen wohl noch sehr viele renovierungsbedürftigen Truhen auf dem Kirchboden von Henndorf. Diese Auswahl in der Kirche alleine war beeindruckend.

Die historische Altstadt ist sehr liebevoll und vollständig restauriert und zieht daher viele internationale Besucher an. Wir wären gerne noch länger spazieren gegangen, aber die Zeit drängte und so fuhren wir zeitig los weiter Richtung Cluj. Zeitlich waren wir in einem guten Rahmen bis, ja bis wir dachten elegant über die neue Autobahn ein großes Stück um Turda herum fahren zu können. Leider konnten sich weder das Navigationssystem von Seat noch das von Navi von Google entscheiden wie man – einmal drauf – auch wieder so runter kommt, dass wir auch tatsächlich um Turda rum auf die Landstraße Richtung Cluj geraten. So kam es, dass wir uns binnen Sekunden auf der Autobahn Richtung Alba Iulia (also Richtung Süden statt Richtung Norden) befanden ohne Wendemöglichkeit bis Alba Iulia. Die Zeitangabe schnellte auf Ankunftszeit am Flughafen in Cluj auf 18 Uhr nach oben, das ist unser Startzeitpunkt des Flugzeuges. Ratlosigkeit und Schweissperlen waren sichtbar. Oliver gab einfach mal Gas (mit 80 Restkilometern im Tank) und ZUM GLÜCK gab es doch noch wenige Kilometer später eine Wendemöglichkeit! Der Stein, der uns allen vom Herzen fiel (nur Sven nicht, der schlief) war zu hören und zu spüren. Nun noch kurz tanken und ab zum Flughafen. In Summe büßten wir kaum 15 Minuten ein. Mit genügend Zeit kamen wir am Flughafen an – Ticket holen – Sicherheitskontrolle – Toilette gehen und dann etwas warten.

Alles verlief ab dann reibungslos und wir landeten sogar innerhalb des akademischen Viertels in München. Dank Frank genossen wir eine kurze und kurzweilige Rückfahrt.
Zu Hause angekommen inspizierten die Kinder ihre Fahrräder, die Pflanzen und ihre Spielsachen. Vor allem für Sven war es wichtig wieder ausgiebig spielen zu können.

Trotz anstrengendem Tag gingen sie reichlich zu spät ins Bett.
Oliver war mittlerweile in Oradea angekommen, hat den Ersatzreifen abgegeben und erholte sich in einem angenehmen Hotel. Die Heimfahrt für ihn am Mittwoch, 29. August verlief erst in Deutschland durch Staus. Sein erster Satz nach der Begrüßung zu Hause war “Lieber fahre ich 800 km durch Rumänien und Ungarn als 200 km durch Deutschland!”

Nun sind die 3 Koffer, 2 Rucksäcke und eine Sporttasche wieder vollständig verräumt. Die Waschmaschine erledigt den Rest für uns.

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Die Kirchenburgen in Herrmannstadts Nähe

Unseren vorletzten Tag wollten wir noch so bewusst wie möglich erleben, aber auf der anderen Seite nicht mehr so weit fahren. Vor allem nach der Fahrt am Vortrag zum Transfaragasan und zurück hatten wir genug. Gleichzeitig verspürten die Kinder sich ein wenig länger im Zimmer beim Spielen aufzuhalten. Besonders Sven hat die ganzen Reisetage hindurch immer wieder am Morgen und Abend dringend seine 6 mitgebrachten Autos bespielen müssen.

So ließen wir uns an dem Tag also treiben und starteten erst gegen 10 Uhr unsere kleine Tour Richtung Nordwesten von Herrmannstadt. Die Hinfahrt über ca. nur 1 h verbrachten wir auf der Autobahn – welch Entspannung! Bald fanden wir unser erstes Ziel für diesen Tag, die Kirchenburg Calnic / Kelling. Und nachdem wir uns an diesem Tag treiben ließen ergab sich bereits hier ein netter Zufall, dass bereits weitere Besucher vor verschlossener Türe standen und mit jemandem telefoniert hätte, die gleich aufsperren würde. Gesagt getan, wir durchquerten das große Tor und durchschritten einen langen Gang und fanden eine sehr schön restaurierte Kirchenburg vor, die sehr liebevoll gepflegt ist. Der Innenhof ist eine Ruine, die mit Rasen, kleinen Büschen und Rosen bepflanzt ist. Ebenso stehen rund um den Brunnen blühende Töpfe. Im Weinkeller wird immer noch gekeltert, die Kirche ist renoviert und in Takt (aber nicht in Benutzung, da es keine Siebenbürger Sachsen mehr im Ort gibt). Auf den Aussichtsturm kann man hoch steigen. Teilweise stehen noch am Rande der Mauer die Wohnhäuser. Der äußere und innere Befestigungsring sind noch in Takt. In einem weiteren Turm ist ein kleines Museum eingerichtet. In Summe, eine sehr schöne Wehranlage, die mit viel Liebe gepflegt wird.

Bevor wir den weiteren Weg antraten folgten wir zu Fuß noch dem Schild zu einer evangelischen Basilika, die ein wenig weiter den Weg hinter sein soll. Mit offenem Mund vor Erstaunen standen wir sogleich vor einem alten Friedhof der Siebenbürger Sachsen, der wenig gepflegt bis verwahrlost ist. Ein Trampelpfad und einige neuere Grabsteine zeugen davon, dass der Friedhof noch begangen wird. Ob es wohl doch noch Sachsen hier gibt? Die Basilika ist geschlossen und verrottet sichtbar vor sich hin. Sehr schade!

Dies sollte jedoch nicht die einzige schlecht erhaltene Kirche an diesem Tag bleiben. Als wir uns wieder gefasst hatten, fuhren wir weiter ein Stück Richtung Herrmannstadt. Laut Angaben sollte es in Dobarca eine weitere Kirchenburg geben. Was wir vorfanden war eine in sich zerfallene Kirchenburg, die wohl als Kuhstall verwendet wird. Auch wenn wir keine Historiker sind, uns blutete das Herz welche Zerstörung hier mit jedem Kuhfladen und Regenguss hier mehr wurde. Im Internet fanden wir eine Initiative, die diese Burg – und andere – retten möchte. Ob die Zeit wohl noch reichen wird?

Am Rande: Christina war diesem kleinen, leicht verlassen wirkendem Ort erstmals etwas verschlossen gegenüber. Auf der Wiese an der Hauptstraße lagen einige Männer und Kinder, alle wirkten gut genährt. Wir irrten auf der Suche nach der Burg an ihnen vorbei. An unserem Auto und Verhalten war uns die Verwirrung nahezu auf das Autokennzeichen geschrieben. Auf einem reichlich steinigen Weg folgten wir dem Weg bis zur Kirchenburg. Als wir parkten fuhr ein kleines Auto mit mindestens 2 Männern hinter uns vorbei. Christina war misstrauisch und glaubte nicht recht, dass dies Zufall sei. Der Besuch in der Kirchenburg dauerte nicht lange und Christina war froh das Auto in heilem Zustand wieder vorzufinden. Der Weg zurück zur Hauptstraße ging ähnlich schlecht über viele Steine. An der Kreuzung sah uns einer der Männer, der gerade vor uns kreuzte und wies uns mit der Handbewegung darauf hin, dass wir bei dem Fahrwinkel zur Straße aufsitzen werden. Oliver korrigierte daraufhin den Winkel. Ein Junge uns gegenüber lächelte uns an und gab uns einen “Thumb up”. Christina fühlte sich schäbig! Wieder einmal sind wir offen und herzlich behandelt worden.

Zurück zu unserer Tour: Immer noch hatten wir viel Zeit bis zum Abend und so suchte Christina während der Fahrt auf der Nebenstraße Richtung Herrmannstadt nach Sehenswerten. Und da war sie schon unsere nächste Kirchenburg: Cristian / Grossau. Es war gegen 14 Uhr und zufällig endete um diese Uhr die Mittagspause. Auf dem Weg zum Portal grüßte ein älterer Mann freundlich auf Deutsch und animierte uns bei der Telefonnr. anzurufen. Beim 2. Versuch klappte es und Maria schickte nach einigen Minuten Arbeiter vorbei. Mit uns warteten mittlerweile 2 weitere junge Pärchen. Der eine junge Mann war hier 2013 Zivi und konnte so den Kontakt in rumänischer Sprache zu dem Arbeiter aufbauen. Wir durften uns in der großen Kirchenburganlage frei bewegen, gingen in den Speckturm, in dem tatsächlich Salami und Speck hängt, dazu gibt es Marmelade und Schnaps zum Probieren (und kaufen). Die Kirche ist teilweise renoviert, die Wehrmauer intakt. Hier gibt es noch eine aktive Gemeinde, auch Maria, die wir am Ende noch persönlich kennenlernen durfte, spricht fließend und akzentfrei deutsch.

Nun war es mittlerweile gegen 15 Uhr. Wir entschlossen uns zur Abwechslung nach Hohe Rinne / Paltinis zu fahren, um dort etwas spazieren zu gehen. In teilweise engen Serpentinen ging es den Berg weit nach oben. Auch hier erinnerten uns die Hänge und die Bewaldung an die Alpen bis ca. 1500 Höhenmetern. Kurz vor Paltinis fanden wir einen kleinen Kinder-Vergnügungspark mit Hüpfburg und Streichelzoo. Kurz entschlossen bogen wir ab und lernten einen Böblinger mit Herrmannstadter Wurzeln kennen, der vor 3 Jahren zurück gekehrt ist und sich um die Anlage kümmert. Es war wie immer ein abwechslungsreiches Gespräch und angenehmer Austausch. Die Kinder amüsierten sich derweil auf dem Trampolin und bei der Sommerrodelbahn.

Nachdem sich die Kinder ausgetobt hatten, führte uns der Weg auf ein Teilstück, das wir noch vom ersten Tag in Herrmannstadt kannten. Dieses Mal hatten wir allerdings noch Zeit in Heltau anzuhalten. Es handelt sich um eine sehr schön renovierte Stadt mit einer Fußgängerzone. Leider ist auch hier – wie in so vielen Orten – nicht so viel “los”. Aber im Gegensatz zu anderen Orten, in denen liebevoll ein Platz in der Ortsmitte, ggf. sogar mit Spielplatz und Brunnen, angelegt wurde, jedoch sich kaum einer aufhält, wirkt dieser Ort in der Anordnung und Fassadengestaltung fast schon deutsch. Wir suchten den Eingang zur Kirchenburg, die hier im Zentrum der Altstadt steht. Es gelang uns noch in den letzten 15 Minuten der Öffnungszeit rein zugelangen. So fanden wir eine außergewöhnlich schön renovierte Kirche vor, deren Wehrgang noch nahezu in Takt ist, dazu sind die Wege mit Blumen gesäumt. An einer Seite wurden im Laufe der Jahrhunderte der Bereich zwischen ersten und zweiter Stadtmauer überbaut und Ladengeschäft und Wohnungen gebaut. Auf der anderen Seite sind liebevolle Gemüse- und Blumengärten angelegt. Interessanterweise sind auch hier Wohnhäuser auf die Mauer gebaut mit dem Ausgang in den Innenbereich der Kirchenburg. Auch hier trafen wir perfekt deutsch sprechende Menschen. Ein Kleinod der Erholung und wunderschön!

Voll getränkt mit vielen Erfahrungen und Erlebnissen fuhren wir nach Hause ins Hotel. Dort begann das große Packen und Sortieren. Am Ende war alles rechtzeitig fertig bis wir im strömenden Regen zu unserem Abendessen ins Hinterhaus liefen. Unerwarteter weise gab es ein Candle-Light-Dinner, allerdings bei einer LED-“Öllampe”, denn aufgrund des Gewitters fiel der Strom für über eine Stunde aus. Wir ließen es uns gut schmecken, denn hungrig waren wir alle an diesem Tag geworden.

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Transfogarascher Hochstraße

2017 war Oliver bei seiner kleinen Rundfahrt durch Rumänien schon auf der Transfogarascher Hochstraße. Heute ging es für uns gemeinsam auf die Straße in die Wolken. Viele viele Kurven mussten wir auf dem Weg nach Oben überstehen um dann nicht nur diese wirklich verwundene Straße sondern auch den wunderbaren Lac Balea hinter dem die Gipfel der Karpaten unter der Sommersonne zu erleben. Einige wenige Wanderwege laden auf Touren ein – ist keine Tour für eine Wanderung gemeinsam mit Sven geeignet. Es ist zu steil, zu steinig und zu große Höhenunterschiede zwischen den Stein”stufen”.
Für Christina war dies ein ganz besonderer Ort, den sie gar nicht so einfach wieder verlassen wollte. Direkt am See war das Bedürfnis nach stundenlangem Sitzen in der Stille, direkt am Berghang wollte sie nur laufen. Es fühlte sich sehr magisch an. Der Wunsch zurück zu kehren und so wie einige Backpacker und Wanderer an diesem Ort zu übernachten, war groß. Dann kann man auch den vielen Flipflop-Sommerschühchen-Trägern entgehen, dann wenn es abends ruhig wird.
Nach einer Stärkung ging es dann weiter in Richtung Süden und der Burg Poenari. Der Weg dorthin war ähnlich reich an Serpentinen und zwar nicht nur runter bis ins Tal, auch um den dort gelegenen großen Stausee führten schlechte (aber geteerte) serpentinenreiche Straßen. (Hier ein Link zu einem BBC-Video, ab Minute 4,50 erhaltet ihr einen guten Überblick über die Strecke.)

Auf der Burg Poenari war Vlad Draculea tatsächlich um sich vor den Osmanen zu verstecken, im Gegensatz zur Burg Bran also wirklich historisches Gebiet. Vor der Burg hängen dann auch 2 “gepfählte” Puppen, ganz nach dem Vorbild von Vlad Draculea. Das besondere an der Burg ist der lange Aufgang für die Besucher: 1027 Stufen muss der Interessierte nach oben steigen. Wir hatten sehr viel Glück, da nur um 10 Uhr und um 15 Uhr die Tore sich zum Besuch öffnen. Wir erreichten den Ort gegen 14:30 Uhr (und wussten nicht, wie reduziert die Öffnungszeiten sind) und mussten nur recht kurz warten. Um 15 Uhr kamen 2 Polizisten: der eine ging vor, der andere als Letzte hinterher. Dazwischen befand sich die Meute an Touristen, die meisten Rumänen. Der Weg war anstrengend und spätestens beim Rückweg brannten die Oberschenkel. Die Burgruine selbst war nur sehr klein mit einem kleinen Wohnturm, daher war die Besichtigung bereits nach einer halben Stunde wieder vorbei. Interessant war es trotzdem – und der Ausblick war fabelhaft.
Der weitere lange Rückweg wurde uns dann mit einem einstündigen Stau nur ca. 15 km vor unserer Pension “versüßt”, wir waren trotzdem fast pünktlich zum wie immer sehr leckeren Abendessen zuhause.

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Mittelalterfest in Sibiu

Nach unserem Badetag in den Salzseen ruhten wir uns am Samstagmorgen etwas aus. Wir spielten Karten, schrieben etwas unser Tagebuch und Sven sprang mal in den kühlen Swimmingpool. Gegen 14 Uhr waren wir dann präpariert der Innenstadt Sibius nochmals einen Besuch abzustatten. Wir hatten erfahren, dass dort ein Mittelalterfest stattfinden würde. Auf dem großen Platz waren viele Buden aufgestellt, teilweise für Souvenirs, Mittelalterliche Accessoires oder “Fressbuden”. Interessant ist, dass hier viel mehr kostenlose Attraktionen angeboten werden. An der einen Stelle gibt es einen Märchenerzähler, an der anderen Stelle gibt es abwechselnd Ritterkämpfe und Tänze. Gleich mehrere Rittergruppen sind angekommen, um  Kämpfe darzustellen. Dazu gab es Musik von der Bühne, Gaukler und – ganz wichtig – auf der Walz befindliche Schmiede, die hier in Herrmannstadt gerne gesehene Gäste sind und an Renovierungsarbeiten mitarbeiten.

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Das tote Meer von Siebenbürgen

Nördlich von Hermannstadt gibt es das kleine Dorf Salzburg mit einigen Salzseen. Diese natürlichen Salzseen haben unterschiedliche Salzkonzentrationen, die höchste Konzentration liegt sogar ähnlich wie die vom Toten Meer! Es war eine tolle Erfahrung sich schwerelos im Wasser treiben zu lassen. Für “Mutigere” gibt es noch die Möglichkeit sich mit der Erde aus den Wasserlöchern einzureiben und somit ein Hautpflegeprogramm durchzuführen. Aber Achtung: Trotz guter Reinigung nach der Behandlung bleibt ein wenig ein Geschmäckle in der Nase hängen.
Insgesamt war es ein entspannter Tag am Wasser, auf dem Spielplatz und in der Sonne – auch wenn die Heimfahrt wegen Stau nicht so verlief wie geplant. Aber irgendwann wundert man sich über fast nichts mehr auf rumänischen Straßen.

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Burg/Schloss Bran & Ruine Rasnov

Transsylvanien steht in unserer Fantasie für: Vampire, Dracula, Werwölfe und Fledermäuse. Also muss man auch ein klein wenig auf die Spuren von Vlad gehen. Die Burg Bran ist das synonym für Vlad Dracula – auch wenn er ggf. nie dort gewesen ist. Wir sind trotzdem hingefahren. 140 rumänische Kilometer entsprechend also ca. 2,5h Fahrtzeit. Eine Dauer, in der wir sonst fast die Strecke München->Würzburg schaffen. Egal. Rein ins Auto und über rumpelige (Bundes-)Straßen quer durch Transsylvanien. Angekommen in Bran hatten wir eher das Gefühl aus Mallorca gelandet zu sein. Ganz schön was los hier! Wir hatten heute viel Glück: Nicht nur einen super bewachten Privatparkplatz haben wir gefunden, nein, wir konnten Dank der im Internet am Vorabend gekauften Tickets direkt an der ersten Schlange vorbei ins Burggelände. Am Burgeingang mussten wir dann doch ein wenig anstehen. Drinnen noch schnell den (vorbestellten) Audioguide abholen und zusammen mit zig anderen Besuchern durch die kleine und heimelige Burg gehen. Als wir ca. zur Hälfte durch die Burg durch waren fing es draußen dann an zu regnen. Wieder so ein Stück Glück an diesem Tag. Leider wurde es dann in der Burg sehr eng, da die vordersten Besucher nicht raus und die hinteren rein bzw. weiter wollten. Die Burg ist nett und Dank des Audioguides dann doch ein wenig informativ. Ohne Audioguide wäre es deutlich schlechter gelaufen da die Beschreibungen der Objekte entweder nicht, nur in rumänisch oder in rumänisch und englisch angebracht waren. Die Sache mit der Simultanübersetzung Englisch->Zusammenfassung auf kinderverständliches Deutsch ist jetzt noch nicht unsere primäre Stärke.
Am Ende mussten wir dann doch noch durch die letzten Tropfen des Tages laufen, aber so eine kleine Abkühlung tut ja auch gut.

In der Kommerzmeile haben wir dann noch für Simon ein tolles Dracula T-Shirt gekauft. So ein wenig Tourist sind wir dann doch auch.
Auf eine persönliche Empfehlung sind wir dann noch nach Rasnov gefahren um die dortige Bauernburg anzusehen. Eine tolle Ruine die oben auf dem Berg steht. Der Aufstieg geht zu Fuß, mit einem Bähnchen oder mit einem Schrägaufzug. Wir haben das Auto in die Tiefgarage von Rasnov gestellt und sind mit dem Schrägaufzug nach oben gefahren. Die Burgruine ist beeindruckend groß und gibt einen tollen Eindruck von der damaligen Wehrhaftigkeit. Leider war nach dem Regen die Aussicht etwas eingeschränkt, sonst hätten wir eine tolle Sicht entlang der Karpaten gehabt. In Rasnov gab es dann zur Stärkung für den Heimweg noch Palatschinken für die Männer.

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Herrmannstadt / Sibiu

Das Schöne an Hermannstadt (Sibiu) ist die intakte mittelalterliche Innenstadt und die Plätze, so z B. der kleine Platz, der mit der “Lügnerbrücke” beginnt und am Ratsturm auf den großen Platz übergeht. Gesäumt sind die Plätze von vielen Restaurants und Cafes – komischerweise mehr Pizzerien als original transilvanischer oder Siebenbürger Spezialitäten.
Eines der Hauptgebäude ist die alte evangelische Kirche von Sibiu, deren gegenüber das deutsche Brukenthal-Gymnasium steht, ein Gebäude aus dem späten 17. Jahrhundert. Gestiftet wurde das Gymnasium wie vieles anderes von Samuel von Brukenthal, einem Deutschen, der für die Stadt und das Land sehr viel gemacht hat und mit seinem Palais und seiner Burg in der Gegend auch noch präsent ist.
Die evangelische Kirche ist leider aktuell wegen Renovierung geschlossen – ggf. 2020 wird die Kirche fertig sein. Der Kirchturm ist aktuell begehbar und hat mit seinen 4 Eckzimmern eine tolle Aussicht über die Stadt und das Land.
Auch die Fußgängerzone in Hermannstadt schließt sich den Plätzen an, ist allerdings reichlich verwestlicht und touristisch erschlossen, einen kleinen Abstecher für ein Eis war sie uns dann doch Wert.

 

 

 

 

Es gibt in Siebenbürgen keine so richtig vergleichbaren Bäcker wie bei uns. Hier wird mehr süß gegessen, also gibt es beim Bäcker mehr Teilchen, Krapfen und Torten und weniger Vollkornbrötchen. Vereinzelt findet man sogar Brezeln – ohne Salz. Trotzdem versuchen wir uns bei den Bäckern zu versorgen, leider kommt der Großteil unserer Tagesversorgung von Lidl und Kaufland. Kleine Pizzataschen sind aktuell der Kinder bevorzugte Snack der Kinder.
Die 2. Tageshälfte verbrachten wir im Freiluftmuseum von Herrmannstadt, in dem auf einem riesigen Gelände die verschiedenen Baustile der verschiedenen Stände in Transilvanien dargestellt werden. Für Simon haben wir einen Roller geliehen, Sven verbrachte den ersten Teil schlafend in der Trage. Der Roller ist viel Wert und wir können jedem empfehlen einen zu nehmen oder seinen mitzunehmen – sofern im Gepäck. Leider fehlten dort auch so die eine oder andere Detailinformation oder wenigstens Jahreszahl, um die verschiedenen Häuser einordnen zu können.

Auf dem Heimweg fanden wir unverhofft noch die kleine Kirchenruine Michelsberg, die weit oben tront. Leider ist sie unrenoviert, nur das Dach wurde wieder ergänzt, um weitere Zerstörungen zu verhindern. Dennoch waren die vielen Stufen bergauf die Reise Wert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Exkurs: In Rumänien gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen deutschstämmigen Bevölkerungsgruppen. Die mit größte Gruppe ist die der Siebenbürger Sachsen, die rund um Herrmannstadt zu Hause sind.

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Auf dem Weg

Auf dem Weg nach Herrmannstadt / Sibiu machten wir Halt im Kloster Dumbrava, einem wunderbaren orthodoxen Kloster. Das Kloster liegt weit oberhalb und ist wunderbar mit Rosen und Geranien geschmückt. Eine kleine Kapelle und eine große Kirche bilden die religiösen Zentren. Dazu gibt es viele Wirtschafts- und Wohnräume. Im Souvenirladen gab es ein Eis und dazu von der Nonne ganz viel Kuchen als Geschenk dazu. Es ist ein Ort der Ruhe und Erholung. Leider hat Christinas Herz gleichzeitig gelitten. Dieser Ort mit seiner Blumenpracht wäre bestens geeignet als Bienenoase, aber kaum eine Pflanze war tatsächlich bienenfreundlich. Nun mag man sagen, dass dies in Rumänien kein Problem sei. Ja, es gibt noch viele wilde Wiesen und – soweit keine Pestizide verwendet werden (was ich nicht weiß) – gibt es genügend Insekten. Jedoch wird viel gebaut und jedes neu gebaute Haus bekommt einen Rasen, der für diese heiße Gegend völlig ungeeignet ist und daher oft gewässert werden muss. Dazu wird er mindestens wöchentlich gemäht, so dass auch wirklich keine Blüte sich bilden kann. Die großen Einkaufsläden wie Kaufland und Lidl errichten hier eine Filiale nach der anderen und lassen hier nach deutschem Vorbild Steinwüsten entstehen. Hier wird sich ein durchaus deutsches Modell abgeschaut, welches Deutschland bereits zum Insektensterben gebracht hat. Dies zu kopieren ist gefährlich.
Die Klosterschwestern folgen sicherlich nur ihrer eigenen Tradition, schade ist es dennoch.

Die Autofahrt führte uns weiter nach Alba Iulia und v. a. in der Festung Alba Carolina / Karlsburg. Dies ist eine unglaublich große Festung, die bis in die römische Zeit zurück geht. Wir sind hoch auf die Mauern entlanggelaufen und haben Blicke in Türme und sogar in die Folterkammer geworfen. Es ist wirklich imposant wie die Festung auf der Stadt Alba Iulia thront, eine kleine Stadt steht da auf dem Hügel.

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